A44-Tunnel
Autos rollen in den neuen A44-Tunnel Küchen bei Hessisch Lichtenau. Bild © picture-alliance/dpa

Bahn frei! Beim Ausbau der A44 Richtung Thüringen geht es wieder einen Schritt voran: Nach jahrelangem Bau wurde ein neuer elf Kilometer langer Abschnitt eröffnet.

Elf Kilometer der neuen A44 zwischen Kassel und Herleshausen sind am Freitag für den Verkehr freigegeben worden. 240 Millionen Euro habe der Bund dafür ausgegeben, sagte Steffen Bilger (CDU), Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium. Der Bau bei Hessisch Lichtenau war mit acht Brücken, vier Grünbrücken und dem 1.400 Meter langen Tunnel Küchen aufwendig und dauerte acht Jahre.

1,7 Milliarden Euro für 70 Kilometer

27.000 Fahrzeuge werden ab sofort dort täglich erwartet. Durchgängig befahrbar ist die Autobahn weiter nicht - und wird es auf absehbare Zeit nicht sein. Die A44 in Nordhessen gehört zum Verkehrsprojekt Deutsche Einheit. Der Bund beziffert die Gesamtkosten auf 1,7 Milliarden Euro. Die Autobahn soll auf 70 Kilometern Länge die A7 und die A4 verbinden - fertig sind aber erst 20 Kilometer.

2005 wurde der erste Bauabschnitt fertig gestellt. Rechtliche Probleme bremsten den Autobahnbau immer wieder aus. Laut der Straßenverwaltung Hessen Mobil und der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH DEGES sind momentan alle Klagen gegen das Projekt abgearbeitet. Aber ein wesentliches Stück - der Anschluss an die A7 bei Kassel - ist erst noch in Planung. Einen offiziellen Termin für die Fertigstellung des Gesamtprojekts gibt es nicht. Es wird aber laut Hessen Mobil noch viele Jahre dauern.

Kritik an Verzögerungen

Daran gibt es Kritik: Es gehe voran, dauere aber insgesamt zu lange, erklärte der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg, Jörg Ludwig Jordan. Dass die Autobahn als Ost-West-Verbindung gebraucht wird, steht für Fachleute außer Frage: Der Lückenschluss habe eine "nationale und internationale Bedeutung", sagte Wolfgang Herda vom ADAC Hessen-Thüringen.

Ob die Autobahn am Ende aber ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis erreiche, bleibe abzuwarten. Die Fertigstellung des neuen A44-Abschnitts sei aber eine gute Nachricht, da es sich um ein sehr schwieriges Teilstück gehandelt habe, sagte Herda. So führt die A44 durch einen sensiblen Naturraum mit Wildkatzen und geschützten Feldermausarten. Schutzzäune, Wälle und Grünbrücken waren daher nötig. Insgesamt sind nun von zwölf Bauabschnitten der A44 fünf in Bau, fünf fertig, einer in Planung. Mit dem Bau eines weiteren Teilstück bei Sontra soll im Mai begonnen werden.

Sendung: hr-fernsehen, readitnow, 13.04.2018, 19.30 Uhr