Chaos an der Konstablerwache in Frankfurt
Chaos an der Konstablerwache in Frankfurt Bild © Juli Rutsch/hr

Warnstreiks im Öffentlichen Dienst haben in Frankfurt zu massiven Behinderungen im Berufsverkehr geführt. Verdi zeigte sich mit der Zahl der Streikenden "sehr zufrieden". Auch in anderen Teilen Hessens gab es Warnstreiks.

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Insgesamt haben in Hessen am Freitag über 6.500 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes gestreikt, in Frankfurt waren es rund 4.500, wie Verdi-Sprecher Alexander Klein zu readitnow.info sagte. Trotz des verregneten Wetters seien bei der Kundgebung in Frankfurt Allein 3.500 Streikende mitgelaufen. "Das sind mehr als wir erhofft hatten - wir sind sehr zufrieden", betonte Klein. Der Tag zeige, "dass die Beschäftigten die Schnauze voll haben von der Verweigerungshaltung auf der Arbeitgeberseite."

In Frankfurt blieben die U- und Straßenbahnen im Zuge des Warnstreiks im Öffentlichen Dienst am Freitag allesamt in den Depots. Auch für den abendlichen Berufsverkehr mussten sich Pendler auf Behinderungen einstellen, wie Klaus Linek, Sprecher der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft Frankfurt am Freitagnachmittag warnte.

Es sei ein Glück, dass die S-Bahn nach der zwischenzeitlichen Sperrung wegen Stellwerkarbeiten wieder in Betrieb sei. Doch S-Bahnen und Busse hätten U- und Straßenbahnen nicht ersetzen können. Viele Pendler stiegen deswegen auf Busse, Taxis oder das eigene Auto um.

Zufahrtsstraßen verstopft

Wer am Freitagmorgen also mit dem Auto nach Frankfurt rein fahren wollte, musste entsprechend viel Geduld mitbringen. Quasi alle Zufahrtsstraßen waren verstopft. Auf der A66 staute sich der Verkehr vom Nordwestkreuz bis tief nach Frankfurt hinein. Die Verzögerung betrug hier mehr als eine halbe Stunde. Auch auf der Hanauer Landstraße, der Kennedyallee und der Friedberger Landstraße ging zwischen 8 und 10 Uhr fast nichts. Auch die Straßen in der Innenstadt waren voll.

Wer im Auto saß, wurde aber zumindest nicht nass. All diejenigen, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen waren, standen wortwörtlich im Regen. Die Busse waren überfüllt, an den Haltestellen herrschte bei Gewitter und anhaltenden Schauern großes Gedränge. Wartende Fahrgäste berichteten von Bussen, die gar nicht erst anhielten, weil kein Platz mehr war.

Lange Schlangen an Taxiständen

Am Hauptbahnhof standen die Menschen Schlange, um eines der begehrten Taxis zu erhaschen. Die Wartezeiten betrugen bis zu 20 Minuten, teilweise standen 40 Personen gleichzeitig an. Hinzu kamen die Streik-Kundgebungen der Gewerkschaft, die sowohl Bus- als auch Autoverkehr behinderten.

Gewerkschafts-Demonstration
Gewerkschafts-Demonstration am Schauspiel Frankfurt Bild © Andreas Bauer/readitnow.info

hr-Reporterin Juli Rutsch, die sich am Hauptbahnhof und an der Konstablerwache ins Getümmel gestürzt hatte, brachte es auf den Punkt: "Alle sind nass und gestresst." Für die Strecke vom Hauptbahnhof nach Bornheim, die der Bus sonst in zehn Minuten zurücklegt, brauchte sie geschlagene 70 Minuten.

Auch in anderen Bereichen und Städten wurde am Freitag gestreikt. In Frankfurt streikten Stadtentwässerung, Entsorgungsbetriebe (FES), städtische Bühnen, Stadtverwaltung, Praunheimer Werkstätten, Verein Arbeits- und Erziehungshilfe, AWO-Bezirksverbands Hessen-Süd, Klinikum Höchst, Heilig-Geist-Krankenhauses, orthopädische Klinik Friedrichsheim und weitere Krankenhäuser der öffentlichen Hand. In Offenbach, Hanau, Fulda und die Kreisen Hochtaunus, Main-Taunus, Wetterau, Main-Kinzig, Hersfeld-Rotenburg, Offenbach und Vogelsberg nahmen nach Angaben von Verdi Mitarbeiter aller Verwaltungen, Bauhöfe und Kita-Einrichtungen der jeweiligen Städte und Gemeinden teil.

Ab Sonntag neue Verhandlungen

Mit den neuen Warnstreiks will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber nochmals erhöhen. Verdi verlangt für die rund 2,7 Millionen Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen unter anderem sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat mehr. Darüber wird am Sonntag und Montag mit den Arbeitgebern verhandelt. Der Sprecher von Verdi Frankfurt, Alexander Klein, betonte: "Kommt da nichts raus, wird die Bundestarifkommission von Verdi beraten, ob wir in weitere Streiks gehen."

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