Landwirt Ernte
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Ein paar Wolken, ein bisschen Abkühlung: Für die hessischen Landwirte ist das aktuelle Wetter nach der langen Hitze kein Trost. Die Schäden durch die lange Trockenheit sind laut Ministerium enorm - auch für Waldbesitzer.

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Die extreme Dürre der vergangenen Wochen hat in der hessischen Land- und Forstwirtschaft bisher zu Schäden in dreistelliger Millionenhöhe geführt. Das Landwirtschaftsministerium in Wiesbaden schätzt, dass alleine die Bauern Ernteausfälle von bis zu 150 Millionen Euro zu verkraften haben.

In der Forstwirtschaft werden Verluste von rund 30 Millionen prognostiziert. Ein Ministeriumssprecher betonte in Wiesbaden, dass es sich um erste Schätzungen handelt. Genauere Aussagen könnten erst nach dem Erstellen der Erntebilanz getroffen werden, die gegen Ende August vorliegen soll.

Vor allem Futtermittel zählen

Insbesondere der Anbau von Futtermitteln ist nach Einschätzung des Ministeriums stark betroffen. In diesem Bereich drohen sich die Schäden auf mehr als 100 Millionen Euro zu summieren, da die Ausfälle bis zu 50 Prozent der geplanten Ernte betragen könnten. An zweiter Stelle stehen die Ackerkulturen, gefolgt von Sonderkulturen.

Die Schäden hatten sich nach der langen Trockenheit schon Anfang des Monats deutlich abgezeichnet. Da hatte der Bauernverband von Einbußen bei der Gerste von bis zu 15 Prozent, beim Weizen von bis zu 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr berichtet. Nordhessische Betriebe seien besonders betroffen, vor allem im Werra-Meißner-Kreis. Auch bei den späteren Ernten von Kartoffeln, Mais oder Zuckerrüben werde es spürbar weniger werden, lautete die Befürchtung.

Anderswo noch schlimmer

Am Montag geht es bei einem Bund-Länder-Treffen um die bundesweiten Hitzeschäden und mögliche Hilfen für betroffene Landwirte. Die Schadensmeldungen mehrere Bundesländer summieren sich nach Informationen der deutschen Presseagentur auf 1,1 Milliarden Euro.

Hessen hat es demnach nicht am schlimmsten getroffen. Alleine das Agrarministerium von Schleswig-Holstein kommt demnach auf 422 Millionen Euro, das in Sachsen-Anhalt auf 237 Millionen Euro an Schäden für Landwirte.