Grafik zeigt künftigen Bahnhof
So soll der Regionalbahnhof am Flughafen künftig aussehen. Bild © Deutsche Bahn AG / Dietz Joppien Architekten AG

Freundlicher, heller, barrierefreier - für zehn Millionen Euro bauen Bahn und das Land den Regionalbahnhof am Frankfurter Flughafen um. Der Umbau soll etwa drei Jahre dauern.

Rund 40.000 Menschen nutzen täglich den Regionalbahnhof am Frankfurter Flughafen. Fluggäste sowie Pendler, die am größten deutschen Airport arbeiten, steigen hier unter dem Terminal 1 ein und aus. Hier halten viele der Züge, die zwischen Wiesbaden, Frankfurt und Hanau verkehren, vor allem die S-Bahn-Linien S8 und S9.

"Bahnhof mit hoher Aufenthaltsqualität"

Er ist damit einer der meistfrequentierten Bahnhöfe Hessens. Doch die vor 45 Jahren in Betrieb genommene unterirdische Station ist in die Jahre gekommen. "Hinsichtlich der Funktionalität und der Orientierungsfreundlichkeit ist die Verkehrsstation nicht mehr zeitgemäß", teilte die Bahn am Mittwoch mit.

So sieht es aktuell am Regionalbahnhof des Frankfurter Flughafens aus.
So sieht es aktuell am Regionalbahnhof des Frankfurter Flughafens aus. Bild ©

Das Unternehmen will deshalb zehn Millionen Euro investieren, um daraus "einen modernen Bahnhof mit hoher Aufenthaltsqualität zu machen." Ähnlich wie der 1999 eröffnete Fernbahnhof, der gegenüber dem Terminal 1 liegt und an dem ausschließlich Fernzüge halten, soll auch der Regionalbahnhof ein freundliches Erscheinungsbild erhalten.

Helle Fliesen statt altem Beton

Dazu sollen helle Fliesen den alten Waschbeton ersetzen, die Tunnelwandfassade soll in unterschiedlichen Blautönen gehalten werden, die sich in ansprechender Weise in eine Rautenoptik fügen. Anstelle der alten Bänke werden Sitzgelegenheiten in vorgesetzte Wände integriert.

Auch die Werbeflächen sollen in das Raster der neuen Verkleidung integriert werden, um für ein geordnetes Erscheinungsbild zu sorgen. Info-Vitrinen auf den Bahnsteigen sollen Fahrgäste bei der Orientierung unterstützen.

Noppen und Rillen für Sehbehinderte

Im Zuge der Modernisierung soll der Bahnhof barrierefreier werden. Sehbehinderte können sich künftig an einem in die Bodenbeläge eingelassenen Leitsystem aus Noppen und Rillen orientieren.

Auch für Rollstuhlfahrer wird es einem Bahn-Sprecher zufolge Erleichterungen geben. Diese sind bislang zur Nutzung der vorhandenen Aufzüge auf die Unterstützung durch den Mobilitätsservice vor Ort angewiesen. Künftig soll es Fahrstühle geben, die von jedermann bedient werden können. Davon würden auch Mütter mit Kinderwagen profitieren.

Land zahlt vier Millionen Euro

Das Land beteiligt sich mit vier Millionen Euro an dem Umbau. Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) übergab am Mittwoch den Bewilligungsbescheid. "Wir wollen den ÖPNV als zukunftsfähiges und klimafreundliches Mobilitätsangebot stärken", sagte er. Investitionen in Komfort und Barrierefreiheit von Bahnhöfen seien deshalb fester Bestandteil der Verkehrspolitik Hessens.

Die Bauarbeiten sollen bei laufendem Betrieb stattfinden. Dabei könne es vor allem zu Gleisänderungen kommen, sagte ein Bahn-Sprecher. Mit Zugausfällen sei weniger zu rechnen. Ende 2020 soll der Umbau abgeschlossen sein. Erste vorbereitende Maßnahmen liefen bereits. Richtig los gehe es mit den Arbeiten voraussichtlich Anfang 2018.

Sendung: hr-iNFO, 06.12.2017, 16.20 Uhr