Spaziergänger in Neubaugebiet in Frankfurt
Der Trend bei neuen Wohnungen in Hessen (hier: Frankfurt) geht zu immer kleinerer Wohnfläche. Bild © picture-alliance/dpa

Neubauwohnungen und -häuser in Hessen werden immer kleiner. Das geht aus Zahlen des Landesamtes für Statistik vor, die hr-iNFO vorliegen. Der Trend betrifft vor allem Städte - und den Vogelsbergkreis.

Vom Einfamilienhaus bis zur Sozialwohnung - im Durchschnitt waren die im vergangenen Jahr gebauten Wohneinheiten in Hessen 106 Quadratmeter groß. Das waren sieben Quadratmeter weniger Fläche als noch vor fünf Jahren. Schlusslichter bei der Wohnungsgröße waren Frankfurt und Darmstadt. Dort hatten neue Wohnungen im vergangenen Jahr rund 85 Quadratmeter und damit fast zehn Prozent weniger als noch vor fünf Jahren.

Experten begründen den Trend unter anderem damit, dass viele Investoren wegen der hohen Grundstückspreise in den Städten kleinere Wohnungen planen. Angesichts der Lage auf dem Wohnungsmarkt würden Mieter und Käufer trotzdem zugreifen, sagte Matthias Klupp vom Hamburger Beratungsunternehmen Analyse und Konzepte in hr-iNFO: "Im Mittelpunkt steht, weiter in der Stadt wohnen zu können, und dafür ist man bereit, weniger Wohnfläche in Anspruch zu nehmen."

Auch der Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft in Frankfurt sieht diesen Trend: "Geringere Wohnflächen werden von Mietern akzeptiert, weil es keine anderen Möglichkeiten gibt." Daneben sieht der Soziologe Klupp noch einen demografischen Grund für den Trend zu kleineren Wohnungen: Gerade in den Städte gebe es immer mehr Ein- und Zwei-Personen-Haushalte, die kleinere Wohnungen brauchten.

Im Vogelsberg wird am meisten Platz gespart

In den hessischen Landkreisen gab es bei den Wohnungsgrößen in den vergangenen Jahren eine uneinheitliche Entwicklung. Im Vogelsbergkreis ist hessenweit der deutlichste Rückgang zu verzeichnen: zwischen 2012 und 2016 sank die durchschnittliche Fläche neu gebauter Wohneinheiten um 40 Prozent (von durchschnittlich 143 Quadratmetern auf 86 Quadratmeter).

In den meisten Landkreisen nahm die Wohnungsgröße im gleichen Zeitraum aber zu, am deutlichsten im Schwalm-Eder-Kreis und im Werra-Meißner-Kreis. Der Zuwachs lag in beiden Kreisen bei 11 Prozent, wobei im Schwalm-Eder-Kreis die 2016 neu gebauten Wohnungen und Einfamilienhäuser mit durchschnittlich 144 Quadratmetern hessenweit am größten waren.

Sendung: hr-iNFO, 29.11.2017, 6.00 Uhr