Lufthansa ist bereits in Verhandlungen mit Air Berlin.
Lufthansa übernimmt Unternehmensteile von Airberlin. Bild © picture-alliance/dpa

Voller Kurs auf Wachstum: Die Lufthansa hat sich mit der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin über den Kauf von Unternehmensteilen geeinigt und zeigt großes Interesse an Alitalia. Die Billig-Tochter Eurowings soll weiter nicht nach Frankfurt kommen.

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Die Deutsche Lufthansa AG geht mithilfe der insolventen Air Berlin auf Wachstumskurs. Für 210 Millionen Euro übernimmt Deutschlands größte Airline Unternehmensteile der zweitgrößten Fluggesellschaft, wie Air Berlin am Donnerstagmittag mitteilte. Das ist das Ergebnis langwieriger Verhandlungen.

1.300 Air-Berlin-Mitarbeiter können zur Lufthansa kommen

Bei dem Kauf geht es um alle Airbus-Flugzeuge der Niki Luftfahrt GmbH und alle Flugzeuge vom Typ Dash-8 der Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW). Diese sind Teil der Air-Berlin-Gruppe. Hinzu kommen 20 Airberlin-Airbusse - insgesamt 81 Maschinen.

Auch für zahlreiche Beschäftigte von Air Berlin wurde eine Lösung gefunden: Lufthansa will 1.300 neue Mitarbeiter einstellen. Auf diese Stellen können sich den Angaben zufolge die aktuellen Mitabeiter von Air Berlin bewerben. Der Lufthansa-Aufsichtsrat hat die Gelder für den Deal bereits bewilligt. Allerdings müssen die europäischen Wettbewerbsbehörden noch zustimmen.

Weiter kein Start von Eurowings in Frankfurt - Freier Flug für Billigkonkurrenz

Keine Eurowings-Flugzeuge in Frankfurt
Keine Eurowings-Flugzeuge in Frankfurt Bild © picture-alliance/dpa

Die neuen Flugzeuge werden innerhalb des Lufthansa-Konzerns der Tochter Eurowings zugeordnet. Allerdings werde die Integration in Flotte und Flugplan wohl etwas Zeit in Anspruch nehmen. Um in dieser Zeit trotzdem möglichst viele Fluggäste transportieren zu können, hat die Lufthansa bereits Vorkehrungen getroffen. Im November fliegt sie deswegen die Strecke zwischen Berlin und Frankfurt mit Langstreckenmaschinen vom Typ Boeing 747, um viele Passagiere über das Frankfurter Drehkreuz ans Ziel zu bringen.

Obwohl im Frühjahr noch heftig diskutiert, soll Eurowings auch künftig nicht in Frankfurt an den Start gehen. "Wir konzentrieren uns auf unsere bisherigen Standorte", so eine Eurowings-Sprecherin gegenüber readitnow.info. "Einen Start in Frankfurt verfolgen wir derzeit nicht mehr." Sie bestätigte damit, was Eurowings-Geschäftsführer Oliver Wagner schon unlängst vor Journalisten verraten hatte.

Damit bietet der Konzern seinen Frankfurter Fluggästen auch weiterhin nur das Premium-Angebot seiner Traditionsmarke Lufthansa an. Das bedeutet: Die Billigkonkurrenz der Lufthansa kann in Frankfurt ungestört wachsen. Allein Ryanair will im kommenden Sommer 38 Ziele in neun Ländern von Frankfurt aus anfliegen.

Interesse an Alitalia angemeldet

Alitalia-Flugbegleiterinnen
Gehört Alitalia bald zur Lufthansa? Bild © picture-alliance/dpa

Abseits dessen hat die Lufthansa heute auch erstmals Interesse an der insolventen italienischen Fluggesellschaft Alitalia gezeigt. Die einstige Staats-Airline hatte im Mai Insolvenz angemeldet. Die Lufthansa wird damit sehr wahrscheinlich an einem Bieterverfahren für Unternehmensteile teilnehmen.