Windrad im Windpark Hofbieber
Die Räder im Windpark Hofbieber dürfen sich wieder drehen. Bild © Energie Eichenzell

Die Zwangspause für einen Windpark im osthessischen Hofbieber ist vorbei: Der Horst eines Rotmilans war leer und kein Greifvogel in Gefahr. Jetzt drohen die aufgebrachten Betreiber dem Regierungspräsidium.

Die Räder des Windparks Hofbieber drehen sich wieder. Doch Lothar Jestädt von der Energiegenossenschaft aus Eichenzell, die den Windpark betreibt, ist trotzdem wütend. Denn fast zwei Wochen lang mussten die Windräder tagsüber stillstehen, so hatte es das Regierungspräsidium (RP) Kassel angeordnet. Der Grund: Ein Rotmilan sollte in der Nähe des Windparks sein Nest gebaut haben.

Jestädt und seine Kollegen waren sich von Anfang an sicher, dass es im Umkreis von 500 Metern keine Hinweise auf den Horst eines Rotmilans gab. Mit ihrem sofort eingereichten Eilantrag hatten sie vor dem Verwaltungsgericht Kassel Erfolg. "Jetzt dürfen die Räder sich wieder drehen", sagte Jestädt readitnow.info am Dienstag.

Windpark-Betreiber vermutet "Machenschaften"

Doch für die Energiegenossenschaft aus Eichenzell ist die Sache damit nicht erledigt. Sie droht mit Dienstaufsichtsbeschwerden und Strafanzeigen gegen Mitarbeiter des RP Kassel, des Biosphärenreservats Rhön und anderer Behörden. In einer Pressemitteilung ist von "Machenschaften" und "skandalösen Vorgängen" in den Behörden die Rede.

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Windpark Hofbieber

Die Betreiberin des Windparks Hofbieber mit seinen drei Windrädern ist eine Energiegenossenschaft aus Eichenzell bei Fulda. Die Genossenschaft besteht aus über 300 Bürgern, die zur Geldanlage Anteile an der Windanlage gekauft haben.

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Die Genossenschaft müsse "leider davon ausgehen, dass nicht belegte Beobachtungen in die Rotmilankartierung eingeschleust wurden, um die Abschaltung des Windparks zu erwirken." Sprich: Es wurden Brutstätten der streng geschützten Greifvogelart von Mitarbeitern des Biosphärenreservats angegeben, die es gar nicht gab - diesen Verdacht hat der Windpark-Betreiber. Das RP habe daraufhin - "mit grenzenloser Oberflächlichkeit", so die Energiegenossenschaft - die Abschaltung der Windräder verfügt.

Aufklärung vom Landrat gefordert

Von Landrat Bernd Woide (CDU) verlangen die Windpark-Betreiber eine Aufklärung und Überprüfung der Vorgänge. Auch eine Schadensersatzklage erwägt die Genossenschaft. Wegen der Abschaltung der Windräder und der Anwaltskosten komme sicherlich ein fünfstelliger Betrag zusammen, sagte Jestädt.

RP: "Man kann sich da schonmal vertun"

Das Regierungspräsidium reagierte gelassen auf die Vorwürfe der Genossenschaft. Man könne nachvollziehen, dass die Windpark-Betreiber von der Verfügung "nicht begeistert gewesen" seien, sagte RP-Sprecher Harald Merz. Die Meldung eines Rotmilan-Horsts durch das Biosphärenreservat habe man aber nicht außer Acht lassen dürfen. "Wir haben uns darauf verlassen", sagte Merz. "Inzwischen hat sich allerdings herausgestellt, dass der Horst nicht besetzt war." Daraufhin habe man dem Windpark umgehend wieder grünes Licht gegeben.

Den Mitarbeitern des Biosphärenreservats macht das RP keine Vorwürfe. Es sei schwierig zweifelsfrei festzustellen, ob ein Horst noch benutzt werde oder nicht, meinte der RP-Sprecher: "Man kann sich da schonmal vertun."



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