Treburer Wald Rodung
Seit Jahren protestieren Bürger gegen die Rodung des Treburer Waldes. Bild © picture-alliance/dpa

Ein Waldstück soll einem Autobahnzubringer zum künftigen Frankfurter Flughafen-Terminal 3 weichen. In Kürze will Fraport die Vorbereitungen starten, obwohl der Wald dem Flughafenbetreiber noch nicht gehört. Es gibt Proteste.

Schon in der kommenden Woche will Flughafenbetreiber Fraport mit einer ökologischen Bestandsaufnahme des Treburer Walds beginnen. Ein 4,5 Hektar großes Areal am Südostrand des Flughafens soll im Rahmen des weiteren Ausbaus einer Autobahnzufahrt zum künftigen Billigflieger-Terminal 3 Platz machen.

Allerdings gehört die Fläche aktuell noch der Gemeinde Trebur im Kreis Groß-Gerau. Im vergangenen November hat sich die Kommune zwar bereit erklärt, ihren Wald zu verkaufen. Das Geschäft ist aber noch nicht abgeschlossen.

RP erlaubt Vorbereitung

Fraport könne bis zum rechtmäßigen Kaufabschluss nicht mehr warten, denn "2020 oder 2021 soll der Autobahnanschluss an der A5 fertig gestellt sein", sagt Konzernsprecher Torben Beckmann. Noch in diesem Jahr müsse die Rodung beginnen.

Deswegen hat Fraport beim Regierungspräsidium Darmstadt einen Antrag auf Besitzeinweisung gestellt. Sprich: Fraport darf auf der Fläche arbeiten, obwohl sie dem Konzern nicht gehört. Das hat das Regierungspräsidium Darmstadt auf Anfrage von readitnow.info am Freitag bestätigt.

Grafik Waldrodung
Die rote Fläche soll gerodet werden. Bild © Google Maps, Grafik: readitnow.info

Bürger gegen die Rodung

Bürgerinitiativen aus Mörfelden-Walldorf und Trebur protestieren gegen die geplante Rodung und den Bau des dritten Terminals. Der Flugverkehr sei ohnehin schon eine enorme Umwelt- und Gesundheitsbelastung, heißt es

Die geplante Rodung würde darüber hinaus die Lebensgrundlage vieler Tiere zerstören. Deswegen planen die Initiativen für Sonntag eine Informations- und Protestaktion im Treburer Wald.

Fraport: Rodung schon kompensiert

"Für jeden Baum, der gefällt werden soll, ist im Rahmen der gesamten Aufforstung für den Flughafenausbau bereits an anderer Stelle ein neuer Baum gepflanzt worden", reagiert Fraport auf die Vorwürfe. Wann genau die Rodung beginnen wird, weiß man laut Fraport-Sprecher noch nicht.

Nur so viel: Die Besitzeinweisung gelte nur für die Bestandsaufnahme, nicht für die Rodung selbst. Dafür müsse der Verkauf der Flächen abgeschlossen sein - oder ein neuer Antrag beim Regierungspräsidium gestellt werden.

Sendung: readitnow, 07.01.2017. 19.30 Uhr