Opel-Zentrale in Rüsselheim
Opel-Zentrale in Rüsselheim Bild © picture-alliance/dpa

Der Autobauer Opel mit Sitz in Rüsselsheim zieht nach und bietet wie die anderen deutschen Hersteller eine Abwrackprämie für ältere Diesel-Pkw. Der ADAC mahnt, solche Angebote genau zu prüfen.

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Opel zahlt beim Kauf eines neuen Modells eine Abwrackprämie zwischen 1.750 Euro bis 7.000 Euro für das alte Diesel-Fahrzeug. Das teilte der Autobauer am Donnerstag mit. Der alte Diesel der Abgasnorm Euro 1 bis 4 würde danach verschrottet. Er müsse mindestens sechs Monate auf den Kunden zugelassen sein.

Prämie unabhängig vom Baujahr

Die sogenannte Umweltprämie will Opel unabhängig vom Baujahr und vom Zustand des alten Diesel zahlen. Das Angebot sei bis Ende des Jahres gültig, erklärte das Unternehmen. Die Höhe der Abwrackprämie richtet sich nach dem Modell des Neuwagens. Für den Kauf des Kleinwagens Karl gibt es 1.750 Euro Prämie, für einen Insignia 7.000 Euro.

Vor Opel haben bereits Ford, BMW, Daimler und VW mit mehreren Marken eine Umstiegsprämie eingeführt. Sie wollen nach eigenen Angaben mit der Verschrottung alter Dieselfahrzeuge einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Verbesserung der Luftqualität vor allem in den Innenstädten leisten.

Die Prämien sind ein Ergebnis des Diesel-Gipfels vergangene Woche in Berlin. Zudem versprachen die Hersteller, insgesamt fünf Millionen Diesel-Pkw der Euro-Normen 5 und 6 mit einem Software-Update nachzurüsten, dass die Abgase dieser Autos senken soll. VW, BMW und Daimler zahlen zudem zusammen 250 Millionen Euro in einen Fonds ein, mit dem den Kommunen bei der Modernisierung ihrer Verkehrssysteme geholfen werden soll.

Grüne kritisieren Abwrackprämie

Die Grünen nannten die Umstiegsprämien ein fragwürdiges Verkaufsinstrument. Aus Sicht des Grünen-Politikers Oliver Krischer, Ex-Obman im Untersuchungsausschuss zur Abgas-Affäre im Bundestag, dürfen zu verschrottende Wagen zudem nicht ins Ausland gelangen. "Wenn ein alter Diesel irgendwo auf der Welt weiterbetrieben wird, verlagert sich das Problem nur, wird jedoch nicht gelöst", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Hochschullehrer und Autoexperte Stefan Bratzel sieht Vor- und Nachteile des Prämienmodells. Unterm Strich förderten die Prämien sicher den Absatz der Hersteller. Umwelt und Gesundheit profitierten jedoch auch, betonte Bratzel.

ADAC mahnt zur Vorsicht

Der ADAC riet Neuwagenkäufern dazu, die Angebote genau zu prüfen. Oft seien etwa Rabatte, die Autohäuser gewähren, attraktiver als die Abwrackprämie.


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