Ein VGF-Mitarbeiter geht über einen leeren U-Bahnsteig im Frankfurter Hauptbahnhof (Archivbild)
Ein VGF-Mitarbeiter geht über einen leeren U-Bahnsteig im Frankfurter Hauptbahnhof (Archivbild) Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Die Warnstreiks im Öffentlichen Dienst werden am Freitag vor allem das Rhein-Main-Gebiet treffen. In Frankfurt fahren keine U- und Straßenbahnen. Am Donnerstag hatte sich der Warnstreik auf Mittelhessen konzentriert.

Bestreikt wurden nach Angaben der Gewerkschaft Verdi am Donnerstag Gemeinde-Dienststellen, Kindertagesstätten, Stadtreinigungen, Kliniken, Sparkassen und Bauhöfe in Mittelhessen. An einer zentralen Kundgebung in Gießen nahmen laut Verdi etwa 1.800 Menschen teil. Die Polizei sprach von mehr als 1.300 Teilnehmern.

Der Streikleiter der Gewerkschaft Verdi für Mittelhessen, Jürgen Lauer, sagte, die Teilnahme sei wesentlich höher gewesen als erwartet. "Wir haben heute sehr viel Jugend gesehen, viele Kollegen von den Sparkassen und aus den Krankenhäusern." Das zeige, dass Bereitschaft da sei, für die Forderungen einzutreten. "Die Arbeitgeber sollten das als Warnzeichen betrachten und ihre Verweigerungshaltung aufgeben", betonte Lauer.

U- und Straßenbahnen in Frankfurt betroffen

Für Freitag rief Verdi die Fahrer von U- und Straßenbahnen in Frankfurt dazu auf, die Arbeit niederzulegen. Die Gewerkschaft kündigte nach an, alle neun U-Bahn-Linien und zehn Straßenbahnlinien zu bestreiken. Die gute Nachricht für Pendler: Die S-Bahnen und Buslinien verkehren planmäßig.

Auch hier soll in Frankfurt am Freitag gestreikt werden:

  • Stadtentwässerung
  • Entsorgungsbetriebe (FES)
  • städtische Bühnen
  • Stadtverwaltung
  • Praunheimer Werkstätten
  • Verein Arbeits- und Erziehungshilfe
  • AWO-Bezirksverbands Hessen-Süd
  • Klinikum Höchst
  • Heilig-Geist-Krankenhauses
  • orthopädische Klinik Friedrichsheim
  • weitere Krankenhäuser der öffentlichen Hand

Das Klinikum Höchst hat nach Angaben einer Sprecherin die Notfallversorgung sowie die Versorgung der Patienten auf den Stationen sichergestellt, geplante Operationen seien aber verschoben worden. Operiert werde nur im Notfall, sagte die Sprecherin.

Einige Tausend Streikende zu Kundgebung erwartet

Gestreikt werden soll auch in Offenbach, Hanau, Fulda und den Kreisen Hochtaunus, Main-Taunus, Wetterau, Main-Kinzig, Hersfeld-Rotenburg, Offenbach und Vogelsberg. Verdi teilte mit, Mitarbeiter aller Verwaltungen, Bauhöfe und Kita-Einrichtungen der jeweiligen Städte und Gemeinden sollten teilnehmen.

Außerdem betroffen seien unter anderem Altenpflegezentren, das Behindertenwerk Main-Kinzig, das Klinikum Bad Hersfeld, die Sparkasse Hanau, der Hafen Hanau, Bäder in Hanau, die Gasversorgung MainKinzig, RhönEnergie, sowie die Arbeitsagenturen in Fulda, Bad Hersfeld und Hanau. Zu einer Kundgebung am Vormittag in Frankfurt erwartete Verdi "einige Tausend Streikende", in Hanau 1.500 Teilnehmer.

Bereits am Dienstag hatte der Warnstreik zehntausende Flugreisende und Pendler in Hessen getroffen. Bereits Ende März hatte der Tarifkonflikt im Öffentlichen Dienst in Frankfurt zu massiven Behinderungen im Nahverkehr geführt. Der S-Bahn-Tunnel war während der Osterferien gesperrt.

Das fordert die Gewerkschaft

Verdi verlangt für die rund 2,7 Millionen Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat mehr. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen und Praktikumsentgelte um 100 Euro pro Monat. Außerdem sollen Auszubildende nach einem erfolgreichen Abschluss verpflichtend übernommen werden.

Mit den neuen Warnstreiks will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber nochmals erhöhen. Diese haben vor den nächsten Tarifverhandlungen noch kein neues Angebot vorgelegt. An diesem Sonntag beginnt in Potsdam die dritte Verhandlungsrunde, die ein Ergebnis bringen soll. Bei einem Scheitern der Gespräche dürfte Verdi die Warnstreiks weiter verschärfen.

Sendung: hr-iNFO, 12.04.2018, 16 Uhr