An der Heubachtalbrücke auf der A45 bei Sinn haben sich geplagte Anwohner erfolgreich für mehr Lärmschutz eingesetzt. Die Landesbehörde Hessen Mobil musste ihre ursprüngliche Kalkulation revidieren.

Heubachtalbrücke bei Sinn
An der Heubachtalbrücke führt die A45 direkt an Sinn vorbei. Bild © hr

Wie über eine Rampe bahnt sich der Lärm seinen Weg von der Autobahn in das höher gelegene Städtchen Fleisbach. Seit Jahrzehnten leiden die Bewohner des Ortsteils von Sinn (Lahn-Dill) unter dem Tag und Nacht vorbeirauschenden Verkehr auf der A45. Eine beidseitige Lärmschutzwand entlang der Heubachtalbrücke war aber in den Neubauplänen der Landesbehörde Hessen Mobil zunächst nicht vorgesehen. Zu groß, zu teuer, lauteten die Argumente der Straßenplaner.

Doch nun zeigten die Proteste von Bürgerinitiativen und Lokalpolitiker Wirkung. Aufgrund einer aktualisierten Verkehrsprognose habe das Bundesverkehrsministerium der Planänderung zugestimmt, hieß es in der offiziellen Verlautbarung der Landesregierung. "Ich freue mich, dass wir für die Anwohner den bestmöglichen Schutz erreichen konnten", sagte der zuständige Minister Tarek Al-Wazir (Grüne).

Weniger aufwendig als gedacht

Neben der ohnehin geplanten Lärmschutzwand auf der Ostseite bei Sinn soll jetzt auch die Westseite nach Fleisbach mit einer entsprechenden Maßnahme bedacht werden. Ab 2019 ist ein Neubau der Heubachtalbrücke samt sechsspurigem Ausbau der A45 geplant.

Und siehe da: Wie von den Lärmgegnern reklamiert und von Hessen Mobil bestritten, kommt die zusätzliche Wand weniger aufwendig als prophezeit. Die Verkehrsbehörde rechnete mit einem Kilometer Länge und sieben Metern Höhe. Nach nachträglicher Prüfung wurde das Bauwerk nun mit 540 und 6 Metern veranschlagt. In Fleisbach soll damit künftig etwas mehr Ruhe einkehren. Bei der benachbarten Onsbachtalbrücke wurde zusätzlicher Lärmschutz dagegen abgelehnt.

20 Talbrücken werden erneuert

Die sogenannte Sauerlandlinie zwischen Gießen und Dortmund umfasst in Hessen 22 Talbrücken, von denen 20 erneuert werden müssen. Die aus den 1960er und 1970er Jahren stammenden Spannbetonkonstruktionen sind den gestiegenen Verkehrsbedingungen nicht mehr gewachsen.

Sendung: hr4, 17.05.2018, 8.30 Uhr