Kampf um 6 Prozent: IG-Metall-Warnstreik bei Manroland in Offenbach
Kampf um 6 Prozent: IG-Metall-Warnstreik bei Manroland in Offenbach Bild © picture-alliance/dpa

Die IG Metall hat ihre Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie auch in Hessen ausgeweitet. Rund 2.500 Beschäftigte mehrerer Unternehmen gingen am Mittwoch auf die Straße. Schwerpunkte waren Nordhessen und das Rhein-Main-Gebiet.

Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall die Warnstreiks im Bezirk Mitte mit den Ländern Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen ausgeweitet. Insgesamt traten am Mittwoch bis zum Nachmittag mehr als 12.000 Beschäftigte in einen Warnstreik, wie IG-Metall-Sprecher Michael Ebenau sagte.

In Hessen beteiligten sich am Mittwoch rund 2.500 Menschen an mehreren Standorten an den Warnstreiks. Wie schon am Dienstag war auch am Mittwoch das Mercedes-Benz-Werk in Kassel einer der Schwerpunkte, wie Ebenau readitnow.info sagte. Auch beim Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann in Kassel, beim Lok-Hersteller Bombardier, beim Getriebehersteller Henschel und beim Rüstungskonzern Rheinmetall wurde gestreikt. Insgesamt beteiligten sich in Nordhessen rund 1.400 Beschäftigte.

Weitere Schwerpunkte lagen am Mittwoch im Rhein-Main-Gebiet. Beim Autozulieferer Federal-Mogul in Wiesbaden ließen rund 600 Mitarbeiter die Arbeit liegen, so Ebenau. Beim Druckmaschinenhersteller Manroland Sheetfed in Offenbach streikten etwa 300 Menschen. Auch beim Triebwerkhersteller Rolls-Royce in Oberursel wurde gestreikt.

IG Metall: Opel spielt noch eine Rolle

Für Donnerstag ruft die IG-Metall zu Warnstreiks in weiteren hessischen Unternehmen auf, darunter beim Autozulieferer Continental in Karben (Wetterau), bei Selzer Systemtechnik in Driedorf (Lahn-Dill), bei Stiebel Eltron und Präwema Antriebstechnik in Eschwege sowie beim Haustechnikunternehmen Honeywell in Offenbach.

Opel in Rüsselsheim werde bei den Warnstreiks auch noch eine Rolle spielen, kündigte Ebenau an. "Am Donnerstag aber nicht." Noch in dieser Woche soll bei Opel außerdem eine sechsmonatige Kurzarbeit beginnen. VW in Baunatal ist von den aktuellen Warnstreiks nicht betroffen, weil hier ein Firmentarifvertrag gilt.

Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder sowie pflegende Familienangehörige sollen bei der Senkung der Arbeitszeit zusätzlich einen Teillohnausgleich erhalten. Die Arbeitgeber lehnen vor allem den letzten Punkt ab.

Sendung: hr-iNFO, 10.01.2018, 17.00 Uhr