Eine Frau isst ein Eis
Sonne und Eis bleiben auch in den kommenden Tagen ein steter Begleiter aller Hessen. Bild © Imago

Der hessische Sommer 2018 ist schon jetzt historisch warm. Ein Ende der Herrlichkeit ist nicht in Sicht, am Samstag könnte der Weg in die Geschichtsbücher allerdings von heftigen Gewittern gestört werden.

Falls Sie in den nächsten Tagen an der Eisdiele oder im Schwimmbad in unangenehmen Smalltalk verwickelt werden, seien Sie beruhigt: Das Gesprächsthema "Wetter" ist im Juli 2018 absolut in Ordnung und kann mit ein wenig unnützem Wissen sogar richtig spannend werden. Wie das? Halten Sie Bleistift und ein Stück Papier bereit und notieren Sie die nachfolgenden Statistiken.

Spoiler: Der hessische Sommer schickt sich an, der heißeste aller Zeiten zu werden. "Auf dem Weg in die ewigen Top fünf ist er auf alle Fälle", prognostiziert hr-Wetterexperte Marcel Herber.

Schon 55 Sommertage

Nicht einmal einen Monat nach dem kalendarischen Sommerbeginn am 21. Juni wurde der Durchschnitt an Sommertagen und sogenannten heißen Tagen schon deutlich überschritten. In Frankfurt kletterte das Quecksilber im kompletten Jahr bereits 55 Mal über die von Meteorologen festgelegte Sommergrenze von 25 Grad Celsius, 13 Mal wurde sogar die als "heiß" eingestufte 30-Grad-Marke geknackt. Zum Vergleich: Der Mittelwert liegt bei 50 Sommer- und elf heißen Tagen. "Hessen ist auf Rekordkurs", so Herber.

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Mehrere Brände wegen Trockenheit

Das schöne Wetter hat auch schlechte Seiten: Auch am Donnerstag brachen in Hessen wieder mehrere hitzebedingte Feuer aus. Zwischen Steinbach (Hochtaunus) und Eschborn (Main-Taunus) brannte ein rund 35.000 Quadratmeter großes Feld. In Grebenau (Vogelsberg), Haiger (Lahn-Dill) und Todenhausen (Marburg-Biedenkopf) kam es zu Flächen- und Waldbränden.

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Bis zum schweißtreibendsten Sommer 2003, als insgesamt 96 Mal alle Bedingungen für Hitzefrei erfüllt wurden, liegt zwar noch etwas Arbeit vor dem hessischen Wettergott. Bis zum offiziellen Herbstbeginn am 23. September könnten aber auch noch einige sonnige Tage zusammenkommen, wie auch Herber vorrechnet. Schon der Freitag, an dem es in südlichen Gefilden und dem Rhein-Main-Gebiet bis zu 33 Grad warm werden kann, wird die Statistik weiter verbessern.

Am Samstag drohen Blitz und Donner

Wo Sonne ist, da ist allerdings auch Schatten. "Am Samstag kommt es zu einer kleinen Störung", warnt Herber vor zu viel sommerlicher Euphorie. Nach zunehmender Bewölkung am Freitagabend könnte es zum Beginn des Wochenendes zu teils heftigen Schauern und Gewittern kommen. Besonders gefährdet: Südhessen und die Region um Frankfurt. "Ein Tief aus Frankreich lässt die Temperaturen auf  22 bis 29 Grad absinken", so Herber.

Schon am Sonntag können Schal und Jacke aber wieder in den Schrank gepackt werden. "Die kommenden Tage werden dann wieder heiß und sonnig", verspricht der Experte. Spätestens ab Montag gibt die hessische Hitze dann wieder Vollgas, es geht schließlich um Rekorde.

Sendung: hr-fernsehen, alle wetter!, 19.07.2018, 19.15 Uhr



Ihre Kommentare Freut oder nervt Sie die Sommerhitze?

60 Kommentare

  • Mich nervt die Hitze! Alle akivitäten fallen furchtbar schwer!

  • Es freut mich, man soll es genießen und nicht schon wieder, wie oft ein Reflex, auch in den Medien, den Regen "diskutieren".
    Es kommt wie es kommt ...

    Ich genieße die Sonne wg meiner Solaranlage und freue mich auf den Regen, der meine Zisterne füllt.

    Insofern ein schönes Wochenende!


  • Nichts gegen einen schönen Sommer mit ein paar Tagen (meinetwegen auch Wochen) mit Tageshöchsttemperaturen von 30C. Was mich wie viele Andere hier stört, ist die Jagd nach und das Bejubeln von Temperaturrekorden. 34 oder 35C und tropische Nächte finde ich nicht mehr so witzig. Und ich bezweifle, dass diejenigen, die sich hier über die Hitze so freuen, in einer Dachgeschoßwohnung in der Stadt wohnen.

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