Deutsches Podium im Jahr 2016: Hawaii-Sieger Frodeno, der Zweitplatzierte Kienle und "Jäger" Lange (rechts).
Deutsches Podium im Jahr 2016: Hawaii-Sieger Frodeno, der Zweitplatzierte Kienle und "Jäger" Lange (rechts). Bild © Imago

Nach seinem sensationellen Podiumsplatz im vergangenen Jahr fährt Patrick Lange unter neuen Vorzeichen zum Ironman nach Hawaii. "Die Konkurrenz hat die Messer gewetzt", sagt der Hesse, der selbst keine Kampfansagen scheut.

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Knapp zwei Wochen vor dem Saisonhöhepunkt auf Hawaii befindet sich Patrick Lange eigentlich schon im Tunnel. Derzeit bereitet sich der 31-Jährige in Texas auf die Ironman-Weltmeisterschaft vor, die am 14. Oktober in der Bucht von Kailua-Kona mit einem Sprung ins Meer eröffnet wird. Ablenkung kann er da kaum gebrauchen. Dennoch nahm sich Lange am Montagabend Zeit, um per Skype-Schalte im hr-heimspiel! über den Stand seiner Vorbereitung zu sprechen.

"Ich bin gesund, fit und munter", berichtete Lange, "ich konnte mein Training bislang ohne weitere Zwischenfälle durchziehen." Noch bis Mittwoch bleibt der gebürtige Bad Wildunger in Texas, dann geht sein Flieger nach Hawaii. Fortschritte habe er in allen Disziplinen gemacht. Alles prima also? "Ich bin deswegen optimistisch", so Lange. "Jeder weiß aber, dass Hawaii seine eigenen Regeln hat. Ich hoffe, dass die Insel mir wohlgesonnen ist."

Verletzungssorgen ade

Im vergangenen Jahr war sie sehr gnädig, die Insel. Bei seinem erst zweiten Start über die Ironman-Langstrecke – 3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer mit dem Rad und 42,2 Kilometer Laufen – hatte Lange 2016 auf Hawaii sensationell als Dritter den Sprung aufs Treppchen geschafft. Das gelang ihm dank einer Fabelleistung im dritten Abschnitt: Lange verbesserte beim Marathon den 27 Jahre alten Streckenrekord von Legende Mark Allen um 19 Sekunden auf 2:39:45 Stunden.

So kometenhaft sein Aufstieg war, so steinig verlief das vergangene Wettkampfjahr für den Athleten des DSW 1912 Darmstadt. Lange plagte sich mit einem Knochenmarködem im Fuß herum, die Nachwehen behinderten auch seine Leistung beim Frankfurter Ironman im Juli: Die Beine machten schlapp, Krämpfe in beiden Oberschenkeln und obendrauf noch eine 60-Sekunden-Strafe wegen unerlaubten Coachings – alles in allem ein gebrauchter Tag.

Lange: Frodeno "gilt es zu jagen"

Rechtzeitig vor der Rückkehr in die Wiege des Ironman-Sports hat der gelernte Physiotherapeut wieder in die Spur gefunden. Beim Halb-Ironman auf Rügen präsentierte sich der Nordhesse Anfang September bereits in bestechender Form und schnappte sich dank einer erneut herausragenden Laufleistung den Sieg. "Rügen hat mir nochmal ziemlich Aufwind gegeben. Man hat einfach gesehen, dass die Form in die richtige Richtung zeigt", sagte Lange.

Bei seiner Rückkehr nach Hawaii sieht sich der 31-Jährige mit einer neuen Situation konfrontiert: "Ich hatte letztes Jahr den Vorteil, dass ich unterm Radar fliegen konnte. Die Konkurrenz wird diesmal die Messer gewetzt haben und sich auf mich einstellen." Als "absoluten Topfavoriten" bezeichnete Lange Titelverteidiger Jan Frodeno. Kampflos will er sich dem Champ von 2015 und 2016 aber nicht geschlagen geben: "Ihn gilt es auch für mich zu jagen. Ich werde auf den Lauf setzen und versuchen, dort meine Stärke auszuspielen."

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