Spieler der Löwen Frankfurt
Gesenkte Köpfe zuletzt bei den Frankfurter Löwen. Bild © Imago

Nach dem miserablen Start ins Eishockeyjahr 2018 mussten sich die Löwen Frankfurt viel Kritik anhören. Vor dem Derbywochenende wehrt sich der neue Sportdirektor Franz-David Fritzmeier gegen die immer schärferen Vorwürfe.

1:4, 2:5, 3:6, 1:6 – der Start in sein erstes Kalenderjahr als Löwen-Sportdirektor liest sich für Franz-David Fritzmeier wie eine Pleiten-, Pech- und Pannenserie. Kritiker sprachen von peinlichen Auftritten zu Jahresbeginn, im Boulevard war sogar von bewusster Arbeitsverweigerung zu lesen. Dagegen wehrt sich Fritzmeier im hr-Gespräch energisch: "Da muss ich die Jungs ganz klar in Schutz nehmen. In einer langen Saison hat jeder Mal ein Tief. Arbeitsverweigerung? Kann ich bei uns nicht erkennen. Damit würden sich die Jungs auch nur selbst schaden." Zudem verweist Fritzmeier auf das letzte Spiel, das die Löwen dann doch wieder gewonnen haben: "Wenn das vorher Arbeitsverweigerung war, war das 6:2 gegen Freiburg dann die spontane Wiederauferstehung?"

Zahme Kätzchen ohne Einpeitscher

Trotzdem bleibt das Gefühl, dass der verkorkste Jahresbeginn mehr war, als nur ein kleines Saison-Tief. Besonders das schwache Abwehrverhalten, unnötige Strafzeiten und der fehlende Biss machten aus den Löwen zuletzt zahme Kätzchen. Im Frankfurter Umfeld stellte man die Frage: Hat das auch etwas mit dem zum Jahresende entlassenen Sportdirektor Rich Chernomaz zu tun? Die Löwen-Legende galt als Einpeitscher am Spielfeldrand und in der Kabine, eine Person, die lahmen Löwen Beine machen konnte. Nachfolger Fritzmeier hält sich dagegen im Hintergrund: "Das ist vertraglich so geregelt", sagt der neue Sportdirektor. "Ich habe unserem Trainer Paul Gardner auch angeboten, noch einen Co-Trainer zu holen. Er hat das abgelehnt." 

Der neue Sportchef Franz Fritzmeier
Der neue Sportchef Franz Fritzmeier inmitten der Löwen-Bosse Andreas Stracke (li.) und Stefan Krämer Bild © Löwen Frankfurt
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Das Derby-Wochenende

Besonders brisant ist das Heimspiel der Löwen gegen die Kassel Huskies. Hier treffen nicht nur Erzrivalen aufeinander, sondern auch Tabellen-Nachbarn. Die Löwen sind aktuell Dritter (67 Punkte), die Huskies Vierter (64 Punkte). Bully ist am Freitag um 19.30 Uhr. Das Spiel Löwen gegen die Roten Teufel aus Bad Nauheim steigt am Sonntag um 18.30 Uhr im Colonel-Knight-Stadion in Bad Nauheim.

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Trotz des sportlich negativen Starts ins Jahr 2018: Fritzmeier ist mit seinem persönlichen Einstieg bei den Löwen zufrieden: "Ich bin hier sehr positiv aufgenommen worden und habe einen top geführten Club vorgefunden." Besonders beeindruckt ist der Neue von der Stimmung auf den Rängen: "Wir haben hier mega Fans, die uns auch bei den zuletzt schlechten Spielen unterstützt haben."  

"Wir wollen vor den Huskies stehen"

Diese Fans möchte Fritzmeier in eine rosige Zukunft mitnehmen, sowohl kurzfristig als auch langfristig. "Erstmal wollen wir diese Saison auf einem sehr guten Tabellenplatz abschließen, um mit einer guten Ausgangsposition auf die Playoffs zu gehen", gibt der Sportdirektor das Ziel für die Restserie aus. Aber was heißt guter Tabellenplatz? "Wir wollen natürlich vor den Huskies stehen. Das ist immer schön, gerade für unsere Fans." Über die Saison hinaus heißt das Ziel weiterhin erste Liga. "Unsere Zukunft bleibt ganz klar auf die DEL ausgerichtet."

Erstmal steht jetzt aber das Derby-Wochenende an. "Die Hallen werden kochen“, ist sich Fritzmeier sicher. Und er ist auch froh darüber, dass die Duelle gegen die hessischen Rivalen genau jetzt kommen. Denn eins ist klar: Gewinnen die Frankfurter diese beiden Spiele, redet nachher sicher niemand mehr von einer Krise im Löwenkäfig.