Carolin Schäfer
Carolin Schäfer feierte ihre Silbermedaille ausgelassen. Bild © picture-alliance/dpa

Nach dem Gewinn der WM-Silbermedaille hat sich Siebenkämpferin Carolin Schäfer einen lang gehegten Wunsch erfüllt: eine fettige Pizza. Nun freut sich die 25-Jährige auf ihre Heimkehr nach Hessen. Gratulanten warten gleich in zwei Städten.

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Was gönnt sich eine frisch gebackene Vize-Weltmeisterin als Belohnung nach dem Wettkampf? Ein Gläschen Schampus, ein gutes Steak oder doch besser ein sportlergerechtes, laktosefreies Irgendwas? Carolin Schäfer hatte nach der gerade errungenen Siebenkampf-Silbermedaille bei der Leichtathletik-WM in London ganz andere Gelüste: "Ich habe mir direkt eine dicke Pizza gewünscht", sagte die Frankfurterin am Montag im Gespräch mit dem hr.  

Noch am späten Sonntagabend wurde das fettige und ansonsten vom Speiseplan verbannte Ungetüm in ihr Londoner Hotel geliefert und sogleich verspeist. "Das war für mich wichtig. Auf Pizza musste ich lange verzichten", erklärte Schäfer.

Freudentränen im Hexenkessel

Der Verzicht hatte sich gelohnt. Mit 6.696 Punkten holte die Hessin hinter der Belgierin Nafissatou Thiam (6.784) das erhoffte Edelmetall im Siebenkampf und feierte damit ihren bisher größten Erfolg. "Es war der emotionalste Moment meiner sportlichen Karriere", sagte die 25-Jährige, die vor dem abschließenden 800-Meter-Lauf lediglich drei Punkte Vorsprung auf die drittplatzierte niederländische Europameisterin Anouk Vetter hatte. Doch die bessere Läuferin setzte sich durch.

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"Ich habe auf den letzten 100 Metern gespürt, dass ich der Silbermedaille entgegenlaufen kann", meinte Schäfer, "das war ein Moment zum Genießen, da sind alle Dämme gebrochen." Entsprechend wurden hinter der Ziellinie nicht wenige Freudentränen verdrückt. Mit Deutschland-Fahne um den Hals ging es danach auf die Ehrenrunde im mit 60.000 Zuschauern ausverkauften Londoner Olympiastadion. "Es war einfach echt gigantisch, ein Hexenkessel. Ich habe so etwas noch nie erlebt", lobte die Hessin das enthusiastische und immer faire britische Publikum.

Eintracht und Bad Wildungen feiern

An Glückwünschen mangelte es der überglücklichen Vize-Weltmeisterin ohnehin nicht. Neben Familie, Trainer und Athleten kamen zahlreiche weitere Anrufe, SMS und WhatsApp. Ihr Verein, die LG Eintracht Frankfurt, sei "mächtig, mächtig stolz", berichtete Schäfer. Auch Fredi Bobic, Vorstand der Fußball-AG der Eintracht, gratulierte per Twitter: "Herzlichen Glückwunsch. Großartig. Eine echte Eintrachtlerin.“ Und auch in Schäfers nordhessischer Heimat Bad Wildungen wurde eifrig gefeiert: "Ich habe vom Bürgermeister die Nachricht bekommen, dass sich alle sehr freuen."

Für Mittwoch hat Schäfer den Rückflug nach Frankfurt gebucht. Dann dürfte die Gratulanten-Tour erst so richtig losgehen. Zwei Monate will sich die 25-Jährige nun erstmal eine Auszeit gönnen. Geplant ist natürlich auch ein Besuch in Bad Wildungen. "Die Ruhe dort ist ein extremer Kontrast zu Frankfurt", meinte sie. Vielleicht findet sich da sogar die Zeit für die eine oder andere Pizza.