Sportsklaven in Schöneck?
Alexander Hempel Bild © ARD

Der Schönecker Athletenberater Alexander Hempel darf künftig keine Sportler mehr im Keller seines Hauses unterbringen. Das ergab die Überprüfung durch die Baubehörde des Main-Kinzig-Kreises.

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Eigentlich geht es in der Gemeinde Schöneck im Main-Kinzig-Kreis beschaulich zu. Rund 12.000 Einwohner leben hier, Grund zur Aufregung gibt es eher selten – bis zur ARD-Dokumentation "Der Lauf ums große Geld" in der vergangenen Woche. Denn hier rückte der kleine Ort oder besser der Athletenberater Alexander Hempel in den Mittelpunkt. Er soll im Keller seines Hauses Sportler unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht haben, so der Vorwurf. Nun hat sich die Bauaufsichtsbehörde des Main-Kinzig-Kreises ein Bild von der Situation verschafft.

"Die Bauaufsicht und die Gemeinde Schöneck haben sich den Teil des Hauses angeschaut, um zu überprüfen, ob er geeignet ist, Menschen unterzubringen", sagte Frank Walzer von der Bauaufsichtsbehörde dem hr-sport. Dabei seien die Experten zu einem eindeutigen Schluss gekommen: "Wir haben dem Eigentümer untersagt, dort Menschen unterzubringen."

Besonderes Augenmerk

Bei der Begehung sei Hempel selbst anwesend gewesen, Sportler befanden sich dagegen nicht im Haus. Die Behörden bemängelten aus baurechtlicher Sicht vor allem die fehlende Lichtzufuhr und mangelhafte Belüftungswege. "Ganz konkret haben wir beanstandet, dass es kein Fenster gibt", verriet Walzer. Dass dort deshalb keine Menschen untergebracht werden dürften, habe die Behörde gegenüber Hempel "sehr deutlich" ausgesprochen. "Er wirkte sehr einsichtig", so Walzer.

Ob sich Hempel tatsächlich an das Verbot hält, wird die Gemeinde Schöneck künftig überprüfen. "Bei ihr liegt die Wohnungsaufsicht", erklärte Walzer. "Natürlich wird da jetzt ein besonderes Augenmerk drauf liegen." Ehemalige Athleten hatten in der ARD-Dokumentation schwere Vorwürfe gegen Hempel erhoben und den Filmemachern Aufnahmen der Unterkunft zugespielt.

Konsequenzen für Hempel

Neben der Bauaufsicht und der Gemeinde Schöneck haben auch die Organisatoren des Frankfurt Marathons bereits auf die Recherchen reagiert. Renndirektor Jo Schindler hatte Hempel zu einer Erklärung aufgefordert und angekündigt: "Wenn die Vorwürfe stimmen, ist es sonnenklar, dass wir nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten werden." Auch der Deutsche Leichtathletik-Verband hatte betont, umgehend Ermittlungen gegen Hempel einzuleiten und einen Entzug seiner Managerlizenz zu prüfen.