Eindruck von der Tour de France vor Berglandschaft
Nicht nur sportlich top: Die Tour de France bietet immer auch einiges fürs Auge. Bild © picture-alliance/dpa

John Degenkolbs Traum vom ersten Etappensieg lebt, Tony Martin muss beim Blick auf die Abschnitte eher bangen: ARD-Kommentator Florian Naß wirft einen hessischen Blick auf die 105. Tour de France – und erklärt sein persönliches Highlight.

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Florian Naß

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Tour-Experte Naß: "Froome ist nicht der überragende Favorit"

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Auf die Räder, fertig, los! Mit einer 201 Kilometer langen Flachetappe von Noirmoutier-en-l'Ile nach Fontenay-le-Comte startet am Samstag die 105. Auflage der Tour de France. Glaubt man ARD-Radsportexperte und Tour-Kommentator Florian Naß, dann können sich Sportler und Zuschauer zugleich auf die "abwechslungsreichste Tour seit Jahren" freuen.

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"Wir erleben eine Tour mit allen Facetten Frankreichs: den Bergen der Pyrenäen, der Atlantik-Küste, Teilen von Paris-Roubaix", schwärmt Naß von den 21 anstehenden Etappen. Die Vielseitigkeit der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt gebe jedem Fahrer die Möglichkeit zu glänzen, so Naß. Zugleich sei es "sehr schwer vorherzusehen, was das Gesamtklassement angeht".

Experte Naß: Kein klarer Favorit

Florian Naß
Florian Naß kommentiert auch in diesem Jahr fürs Erste die Tour. Bild © hr

Seriensieger Chris Froome zählt nach seinem Freispruch durch den Weltverband UCI freilich zu den Favoriten, die absolute Ausnahmestellung der vergangenen Jahre rechnet Naß ihm nach der Asthma-Affäre aber nicht zu. "Ich sehe ihn leicht vorne", sagt der ARD-Kommentator. "Mir fallen aber spontan sechs, sieben Namen ein, die die Tour gewinnen könnten."

Fest steht nur eins: Auf eine "Tour d'Allemagne" mit deutschem Anwärter auf einen Spitzenplatz in der Gesamtwertung hoffen die Radsport-Fans hierzulande auch in diesem Jahr vergeblich. Der einzige starke Klassement-Fahrer, Emanuel Buchmann, wurde vom Team Bora hansgrohe nicht nominiert. Für Experte Naß "unverständlich".

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So bleibt die Hoffnung auf Tageserfolge. Doch der mit 14 Etappensiegen deutsche Rekordhalter Marcel Kittel kommt seit seinem Wechsel zum Team Katusha-Alpecin noch nicht richtig auf Touren. Jüngst verzeichnete er mit dem zehnten Platz bei der deutschen Meisterschaft in Einhausen eine weitere Enttäuschung. André Greipel sucht nach einem Schlüsselbeinbruch im März ebenfalls nach seiner Topform.

Degenkolb will Premierensieg, Martin völlig entspannt

John Degenkolb
John Degenkolb will endlich auch bei der Frankreich-Rundfahrt jubeln. Bild © Imago

Bleibt die Frage, wie die hessischen Chancen auf Achtungserfolge stehen? John Degenkolb vom Team Trek-Segafredo zeigte nach beinahe unwirklichem Verletzungs- und Sturzpech zuletzt deutlich ansteigende Form. "Ich habe extrem hart gearbeitet", sagt der Oberurseler, der auch das Erfolgserlebnis vom zweiten Platz bei der Straßen-DM mit nach Frankreich nehmen will. Experte Naß: "Ich würde ihm von Herzen wünschen, dass er seinen ersten Etappensieg bei der Tour in diesem Jahr einfährt." Möglichkeiten sieht er vor allem auf der Fahrt übers Kopfsteinpflaster Richtung Roubaix. Dort hatte Degenkolb 2015 den Klassiker Paris-Roubaix gewonnen.

Der frühere Zeitfahr-Dominator Tony Martin hat in diesem Jahr das Pech, dass das einzige Einzel-Zeitfahren am vorletzten Tag zu hügelig ist. "Für ihn tut's mir leid", sagt Naß, der dem Eschborner stattdessen einige Überraschungen als Ausreißer zutraut. Martin selbst geht ohne Druck ins größte Radrennen der Welt: "Ich bin entspannt, da ich zu Anfang nicht im Fokus stehe."

Highlight-Etappe über nur 65 Kilometer

Die 105. Ausgabe der Tour hat in diesem Jahr ein besonderes Schmankerl zu bieten. Lediglich 65 Kilometer zählt die 17. Etappe in den Pyrenäen von Bagneres-de-Luchon nach Saint-Lary-Soulan. Die haben es jedoch in sich: "Es geht sofort hoch über drei Riesenpässe", freut sich Kommentator Naß über das Berg-und-Tal-Feuerwerk. "Das wird das absolute Highlight, da freue ich mich besonders drauf."