Mario Basler
Mario Basler soll RW Frankfurt sportlich wieder auf Kurs bringen. Bild © picture-alliance/dpa

Der erste Auftritt ist geglückt: Mario Basler hat am Donnerstag einen launigen Einstand als neuer Trainer von RW Frankfurt hingelegt - und beantwortete am Ende sogar die berüchtigte Zigaretten-Frage.

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Rauchige Stimme, Trainingsanzug, immer mal wieder ein markiger Spruch: Mario Basler hat bei Rot-Weiss Frankfurt eine neue Aufgabe, aber er ist immer noch der Alte. "Ich brauche keinen Co-Trainer, das kostet nur Geld", sagte der frühere Nationalspieler am Donnerstag bei seiner Präsentation. Oder: "Ich rauche noch, ja. Aber wieso ist das denn so interessant?"

Zahlreiche Journalisten und TV-Teams waren gekommen, um den ersten Auftritt des neuesten und prominentesten Hessenliga-Trainers zu begutachten. Und sie wurden nicht enttäuscht. Es war eine rund 45 Minuten andauernde Show, die Basler in der zum Presseraum umgebauten Kneipe des Stadions am Brentanobad abzog.

Aus einem Scherz wird ein ernsthaftes Engagement

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Der Kontakt zum kriselnden Fünftligisten war über Kumpel Johny Baez eingefädelt worden, der Spielerberater sitzt bei den Rot-Weissen auch im Aufsichtsrat. "Er hat mich angerufen und mich nach einem möglichen Trainer gefragt", berichtete Basler. "Und dann war sein dritter Satz: Willst du es vielleicht machen? Da dachte ich zuerst, er macht einen Scherz."

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Basler - das einstige Enfant Terrible

Basler hatte zuletzt als Geschäftsführer Sport bei Lok Leipzig gearbeitet und war zuvor in Oberhausen, Burghausen und Trier Chefcoach. Zu seiner aktiven Zeit galt er als Enfant Terrible. Zumindest beim FC Bayern brachte das Feierbiest die Vereinsoberen regelmäßig zur Weißglut. In den frühen Morgenstunden war er regelmäßig in Discotheken anzutreffen, den Trainer kritisierte er gerne mal öffentlich. Nach einer Rangelei in einer Regensburger Pizzeria musste er den Rekordmeister 1999 verlassen. In seinen knapp drei Jahren beim FC Bayern hat Basler laut eigener Aussage etwa 400.000 Euro an Geldstrafen gezahlt.

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Doch aus dem Scherz wurde ein ernsthaftes Anliegen, und nach einem Besuch beim jüngsten RW-Spiel entschied sich Basler für das vorerst zeitlich begrenzte Engagement. Bis 9. Dezember soll das ehemalige Enfant Terrible der Bundesliga den Traditionsclub auf Kurs und am besten aus der Abstiegszone bringen. Im Winter soll dann ein neuer Trainer übernehmen. So zumindest die offizielle Variante, denn sowohl Basler als auch die Club-Verantwortlichen ließen die Möglichkeit eines längeren Engagements offen.

Basler soll auch Sponsoren bringen

Baslers Gehalt werden private Sponsoren bezahlen, tief müsse der finanziell angeschlagene Club aber nicht in die Tasche greifen, betonte der 48-Jährige. "Das ist ein Freundschaftsdienst für einen Traditionsverein. Ich bin schon froh, dass ich mein Spritgeld zusammenkriege", so Basler, der nach eigenen Angaben rund 100 Kilometer aus der Pfalz zu Training und Spielen anreisen wird.

Seine neue Mannschaft habe er noch nicht kennengelernt. "Aber ich habe sie mir angeschaut. Das Team ist gut und hat großes Potenzial." Weniger gut ist die finanzielle Situation der Rot-Weissen. Und auch hier soll Basler helfen. Der Club hofft auf mehr Zuschauer und weitere Sponsoren. Erst am Anfang der Woche war ja bekannt geworden, dass der derzeitige Hauptsponsor - eine FKK-Sauna - weiter auf Brust und Bande von RW bleiben darf.

Zigaretten? Ja!

Bleibt zum Schluss eigentlich nur noch die Frage nach den Zigaretten. Immerhin waren Basler und die Kippen die Basis immer wiederkehrenden Berichte über das ausschweifende Leben des Kultkickers. Den ersten Journalisten, der nach Glimmstengeln auf der Trainerbank fragte, herrschte er noch an ("Das ist eine richtig blöde Frage"), um dann am Ende doch freimütig übers Rauchen zu philosophieren.

"Es gab zu meiner Zeit andere Spieler beim FC Bayern, die haben mehr geraucht als ich. Vielleicht habe ich einen Fehler gemacht, weil ich gedacht habe, ich bin schon älter als 18, da darf ich auch vor meinem Trainer rauchen. Und jetzt nochmal für alle: Ich rauche nach wie vor", sagte Basler. Damit war bei dieser Pressekonferenz nach 45 Minuten wirklich alles gesagt.