Werbung für FKK-Saunaclub bei RW Frankfurt
Der FKK-Saunaclub "The Palace" darf weiter bei RW Frankfurt werben. Bild © Imago

Die Brust von Hessenligist RW Frankfurt schmückt auch in Zukunft das Logo eines FKK-Saunaclubs. Der Verband sieht in Werbung für "lüsterne Hallen" keinen Verstoß gegen Ethik und Moral.

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Knackige Körper, enger Körper, laszive Bewegungen. All das gibt es so oder so ähnlich mit Sicherheit auch im Amateurfußball. Durchtrainierte Menschen im besten Alter kämpfen Woche für Woche für ihren persönlichen sportlichen Höhepunkt. Bei Hessenligist Rot-Weiss Frankfurt denkt man bei diesen Attributen derzeit jedoch zuerst an den Trikotsponsor: "The Palace". Ein FKK-Saunaclub aus Frankfurt, dessen Schriftzug seit dieser Saison auf den RW-Trikots von 1. und 2. Mannschaft sowie einer Bande zu sehen ist – und dort nun auch offiziell bleiben darf.

FKK, HFV, olé olé

Der Hessische Fußballverband hat den ebenso groß- wie freizügigen Geldgeber auf die "allgemein im Sport gültigen Grundsätze von Ethik und Moral" hin überprüft und konnte dabei keine Regelverletzung feststellen. "Rot-Weiss Frankfurt darf seine Trikotwerbung weiterhin nutzen", bestätigte ein HFV-Sprecher gegenüber dem hr-sport. Der FKK-Saunaclub hat den Test des Verbandes, der bei harten Alkoholika und Tabakwaren keine Gnade kennt, bestanden. Ein Nachspiel wird es nach langem Hin und Her also nicht geben.

Diese frohe Kunde bekam auch der Verein, der im vergangenen Jahr knapp am Aufstieg in die Regionalliga gescheitert war und derzeit wenig glamourös im Tabellenkeller feststeckt, am Samstag auf postalischem Wege mitgeteilt. Die Werbung für den FKK-Saunaclub ist zulässig. "Wir haben das so erwartet", kommentierte RW-Präsident Ersan Dincer im Gespräch mit dem hr-sport die Entscheidung des HFV. "Auch wir sehen in dieser geschäftlichen Beziehung keinen Verstoß."

Verband bestätigt Ansichten des Clubs

Dincer selbst, der erst vor wenigen Tagen zum neuen starken Mann bei RW Frankfurt gewählt wurde und persönlich nichts mit der Akquise des "Saunaclubs for Ladies & Gentlemen" zu tun hatte, ließ das Thema auf mehreren Vereinssitzungen angeregt diskutieren. Ein Fehlverhalten seines Vorgängers, der inzwischen nicht mehr im Amt ist, sei dabei aber nicht festgestellt worden. Im Gegenteil. "Bis jetzt gab es keine Probleme, der Kontakt verläuft immer sehr nett."

Ex-Präsident Ottmar Klauß, der den pikanten Deal eingefädelt hatte, konnte schon zu Beginn der Saison nichts Verwerfliches an der monetären Zuwendung einer Kontaktsauna für Erwachsene finden. Gegen einen FFK-Club, der auf seiner Webseite mit "lüsternen Hallen", Dessous-Mottotagen oder einem Viagra-Aufguss um potente Kunden buhlt, sei "prinzipiell nichts zu sagen". Eine Einschätzung, die nun auch der Verband und Dincer teilen. "Natürlich hört sich das nach Rotlicht-Milieu an, aber letztlich ist das auch nur ein normaler Betrieb mit Steuernummer."

A-Ligist aus dem Saarland treibt es noch bunter

Und so werden auch in Zukunft Fußballfans in Ederbergland, Watzenborn-Steinberg oder Waldgirmes in den Genuss der wohl ungewöhnlichsten Trikotwerbung Hessens kommen. Wie lange die Partnerschaft zwischen den Amateur-Kickern und den Saunaclub-Betreibern anhält, ist jedoch nicht klar. "Der Vertrag läuft nach Ende der Saison erst einmal aus", so Dincer. "Dann werden wir sehen, wie es weitergeht." Bei der Suche nach einem noch schlüpfrigeren Sponsor hilft vielleicht ein Blick ins Saarland. Dort wirbt A-Ligist SV Oberwürzbach für Lena Nitro. Die 30-Jährige ist Porno-Darstellerin.