Collage: Trainer Rouven Leopold / Spieler FC Eddersheim
Trainer Rouven Leopold will den FC Eddersheim in den DFB-Pokal führen. Bild © Imago

Für den FC Eddersheim ist es das Spiel des Jahres: Mit einem Sieg am Mittwoch im Hessenpokal-Halbfinale gegen Hessen Kassel könnte sich der Verbandsligist für den DFB-Pokal qualifizieren. Einen Wunschgegner hat der Underdog bereits.

Tiefstapeln ist nicht die Sache von Rouven Leopold. Für den Trainer des FC Eddersheim ist die Ausgangslage vor dem Hessenpokal-Halbfinale am Mittwoch (19 Uhr) keineswegs aussichtslos. Auf lediglich 60:40 beziffert der Coach die Chancen aufs Weiterkommen – pro Kassel, versteht sich.

"Wir haben ein riesen Selbstbewusstsein, sind zu Hause in dieser Saison noch ungeschlagen und haben unser letztes Pflichtspiel im August verloren", begründete der 41-Jährige im Gespräch mit dem hr-sport seinen Optimismus.

Zwei-Klassen-Unterschied? Leopold rechnet anders

Als Spitzenreiter der Verbandsliga Mitte trennen Eddersheim, einem Ortsteil von Hattersheim im Main-Taunus-Kreis, auf dem Papier zwar zwei Ligen vom Regionalliga-Vorletzten aus Nordhessen. Leopold rechnet jedoch anders: "Im Moment ist nur eine Klasse und ein Platz dazwischen. Das habe ich meiner Mannschaft auch so gesagt." Bleibt es dabei, würden sich beide Teams in der kommenden Spielzeit sogar gemeinsam in der Hessenliga wiedersehen.

Entsprechend sieht der Eddersheimer Erfolgscoach im aktuellen Aufeinandertreffen auch nur "leichte Vorteile für Kassel". Dass der KSV im Abstiegskampf der Regionalliga zuletzt vier Mal ungeschlagen blieb, ist für Leopold ebenfalls kein Problem. "Einfach kann jeder. Wenn wir sie jetzt schlagen, wäre es noch höher zu bewerten", sagte der frühere Oberliga-Torjäger, dessen Team seinerseits am vergangenen Wochenende mit einem 4:0 beim bisherigen Liga-Dritten Zeilsheim seine Pokal-Form eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Hoffen auf Wehen und die Eintracht

Mit einer Video-Schulung des Gegners versorgte Leopold sein Team mit den letzten Tipps. Man habe die eine oder andere Schwäche beim KSV ausmachen können, verriet der Coach, der wie schon beim 4:3-Viertelfinal-Erfolg gegen Hessenliga-Tabellenführer Dreieich auch gegen Kassel wieder das Heil in der Offensive suchen will. "Wir spielen unseren Fußball, wir haben nicht die Mannschaft, um uns hinten reinzustellen", meinte Leopold.

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„Als Frankfurter Bub hätte ich natürlich gerne die Eintracht.“ Zitat von Eddersheim-Trainer Rouven Leopold zum Wunschlos im DFB-Pokal
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Neben dem Einzug ins Hessenpokal-Finale winkt beiden Teams noch ein weitaus größerer Coup. Schafft nämlich der SV Wehen Wiesbaden im zweiten Semifinale am 3. April gegen den TSV Steinbach ebenfalls den Sprung ins Endspiel und kommt zugleich in der Abschlusstabelle der 3. Liga unter die besten vier, wäre bereits der Sieger vom Mittwoch fix für den DFB-Pokal qualifiziert. Ein Szenario, das man übrigens auch in Kassel herbeisehnt.

"Das ist natürlich eine zusätzliche Motivation", sagte Leopold, der im Fall der Fälle schon ein Wunsch-Los für die erste Pokalrunde hätte: "Als Frankfurter Bub hätte ich natürlich gerne die Eintracht."

Eddersheim im Ausnahmezustand

Doch vor dem möglichen Spiel des Jahrhunderts wartet nun erstmal das Spiel des Jahres auf den FC Eddersheim. Der Verein rechnet mit über 1.000 Zuschauern am Sportplatz an der Staustufe. Trotz Eis und Schnee sei der Rasen gut bespielbar, versprachen die Verantwortlichen. Jetzt könne es endlich losgehen. "Die Vorfreude ist groß. Jeder ist ein bisschen hippelig", sagte Leopold.