Szene aus dem Hinspiel: Der Frankfurter Wolf spitzelt den Ball vor Dortmunds Weigl weg.
Hier noch Gegner, bald Teamkollegen: Marius Wolf (r.) und Julian Weigl. Bild © Imago

Kaum Shooting-Star, jetzt schon wieder weg: Marius Wolf verlässt Eintracht Frankfurt und spielt in der kommenden Saison für Borussia Dortmund. Nach dem Abgang von Keeper Lukas Hradecky verlieren die Hessen damit einen zweiten Schlüsselspieler.

Wie der BVB am Montag mitteilte, unterschrieb Wolf in Dortmund einen Vertrag bis 2023. "Mein Ziel ist es, mit Dortmund in den kommenden Jahren erfolgreich zu sein und möglichst auch den einen oder anderen Titel zu gewinnen", wird der 23-Jährige in der Mitteilung der Borussen zitiert.  

Die Eintracht hatte Wolf im Januar 2017 aus Hannover ausgeliehen, wo der Youngster nur noch in der Reservemannschaft eingesetzt wurde. Zunächst konnte sich Wolf nicht durchsetzen und wurde zudem von einer Schulterverletzung zurückgeworfen. Doch in der abgelaufenen Saison etablierte sich der Außenspieler als Shootingstar der Frankfurter. Kein Feldspieler kam auf mehr Bundesliga-Minuten, mit fünf Toren und neun Vorlagen war er zudem einer der besten Scorer der Eintracht.

Aus 500.000 werden 5 Millionen

Entsprechend glücklich verkündeten die Frankfurter noch im Januar die endgültige Verpflichtung des Blondschopfs. Das "Schnäppchen" erhielt einen Vertrag bis 2020. Allerdings gab es offenbar eine Ausstiegsklausel in Wolfs Vertrag - und deshalb kann er nun schon wieder wechseln. Als Ablösesumme wurden laut fünf Millionen Euro festgeschrieben.

Da die Eintracht nur 500.000 Euro an Hannover überwies, ist das zwar ein satter Gewinn – doch im Verhältnis zum Marktwert des Youngsters kann die Eintracht damit eigentlich nicht zufrieden sein. Ein junger, lauf- und kampfstarker Außenspieler, möglicherweise bald im erweiterten Kreis der deutschen Nationalmannschaft? Dafür rufen andere Clubs gerne mal Ablösen im lockeren zweistelligen Millionenbereich auf.

Nach Hradecky zweiter prominenter Abgang

Für die Eintracht ist der Abgang von Wolf nach der erfolgreichen Saison mit Rang acht und dem Sieg im DFB-Pokal bereits der zweite schwerwiegende Verlust. Vergangene Woche war der lange erwartete Wechsel von Keeper Lukas Hradecky zu Bayer Leverkusen bekanntgegeben worden.

Der Torhüter – in den vergangenen Jahren sicherer Rückhalt der Frankfurter – hatte alle Angebote der Eintracht, seinen auslaufenden Vertrag zu verlängern, abgelehnt. Genau wie Wolf nutzt er seine starken Leistungen für den Sprung zu einem Bundesliga-Spitzenclub. Als Ersatz für Hradecky hat die Eintracht Frederik Rönnow vom dänischen Erstligisten Bröndby IF verpflichtet. Für Wolf, den Dauerbrenner und Shooting-Star der Frankfurter, muss erst noch ein Nachfolger gefunden werden.

Sendung: hr-iNFO, 28.5.2018, 18 Uhr