Neuzugänge von Real Madrid, das ist eine noch junge, aber bisher erfolgreiche Tradition bei Eintracht Frankfurt. Das jüngste Beispiel ist Lucas Torró – doch auf ihn warten große Fußstapfen.

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Eintracht-Profi Torro

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht-Neuzugang Lucas Torro im Interview

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Bei seinem ersten Training bei Eintracht Frankfurt fiel Lucas Torró sofort auf, allein schon wegen seiner Größe: Mit 1,88 Metern ist der Neuzugang von Real Madrid deutlich größer als der durchschnittliche Mittelfeldspieler. Größer auch als Omar Mascarell, der im Sommer 2016 etwas länger brauchte, bis er ins Blickfeld der Beobachter gerückt war.

Der Eindruck war dann aber umso bleibender. In nur zwei Spielzeiten – und wegen Verletzungen nur 45 Pflichtspielen – entwickelte sich Mascarell zum Leistungsträger, sein Abgang zum Ligakonkurrenten Schalke 04 reißt eine große Lücke ins Mittelfeld der Eintracht. Eine Lücke, die nun Torró stopfen soll. "Er soll als Mascarell-Ersatz kommen“, stellte Sportdirektor Bruno Hübner klar.

Mascarell gab Tipps

Im Trainingslager in den USA präsentiert sich Torró bisher als ruhig, zurückhaltend und freundlich. Als Spielertyp ist er etwas weniger ballorientiert wie Mascarell, zeigte im Testspiel gegen Real Salt Lake aber einige feine Pässe, auch seine längeren Zuspiele kamen an. Mit seinem Gardemaß dürfte er bei Standards deutlich gefährlicher sein als Mascarell.

Der Neuzugang selbst will sich zügig in Frankfurt integrieren und hat sich zuvor bei seinem Vorgänger über Stadt und Verein erkundigt: "Als feststand, dass ich zur Eintracht wechseln würde, habe ich mit Omar Kontakt aufgenommen. Ich wollte einfach wissen, wie es ihm ergangenen ist, als er hierher kam. Wie er sich eingewöhnt und akklimatisiert hat", sagte er dem hr-sport.

Angebote aus Spanien abgelehnt

Deutsch übt der Lockenkopf bereits fleißig, doch auch mit Spanisch kommt man ja bei der internationalen Eintracht relativ weit. Kapitän David Abraham war nach der Ankunft derjenige, der ihn auf dem Platz bei den ersten Schritten begleitete. Das Zimmer auf der USA-Reise teilt sich Torró mit Jetro Willems und Jonathan de Guzman, "die beide auch des Spanischen mächtig sind". Den Schritt in die Bundesliga nimmt er als Herausforderung wahr. In Deutschland werde ein Fußball gespielt, "den ich sehr mag, der mir auch liegt. Er ist sehr intensiv, vertikal und schnell."

Torró lehnte für diesen Schritt "Angebote aus Spanien" ab und formulierte seine persönlichen Ziele: "Ich möchte dem Team eine gewisse Balance geben. Mein Kopfballspiel ist auch gut. Zusammenfassend würde ich sagen, dass ich gerne Defensivaufgaben übernehme, aber auch kreativ nach vorne sein kann." Der Neue ist zudem flexibler einsetzbar als Mascarell, er kann nicht nur auf der Sechs, sondern auch in der Innenverteidigung agieren.

Eintracht baut auf die Real-Schule

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zum Video Hütter spricht über Lucas Torró

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Vor allem aber bringt Torró, der für kolportierte 3,5 Millionen Euro kam und zuvor für CA Osasuna in der zweiten spanischen Liga auflief, ein wesentliches Qualitätsmerkmal mit: Er wurde bei Real Madrid ausgebildet. Die Eintracht hat in der jüngeren Vergangenheit mit Spielern von den Königlichen gute Erfahrungen gesammelt, sowohl Innenverteidiger Jesús Vallejo als auch Mascarell wurden auf Anhieb zu Verstärkungen. Trainer Adi Hütter traut Torró eine ähnliche Entwicklung zu. Er hob die Stärken des Neuzugangs hervor: "Er ist fußballerisch gut ausgebildet, sehr stark am Ball und ein absoluter Stabilisator vor der Abwehr."