Trainer Niko Kovac liest Kevin-Prince Boateng die Leviten
Trainer Niko Kovac hat mit Kevin-Prince Boateng ein Hühnchen zu rupfen. Bild © Imago

Selbstkritik trifft schlechte Laune: Nach der Last-Minute-Niederlage der Frankfurter Eintracht beim BVB bemängeln Spieler wie Trainer die fehlende Kaltschnäuzigkeit. Die Reaktionen im Überblick.

Eintracht Frankfurt verschenkt beim Spitzenspiel in Dortmund in letzter Sekunde einen Punktgewinn und verliert 2:3 (0:1). Nach dem späten Ausgleich durch Danny Blum (90.+1) spielen die Hessen auf Sieg und werden durch Michy Batshuayi bestraft (90.+4). Trainer Niko Kovac verhagelt die Naivität die Laune. Die Spieler zeigen sich einsichtig. Die Stimmen zum Spiel.

Kevin Prince Boateng: Am Ende mache ich den Einwurf schnell, weil ich das Spiel gewinnen will. Und dann bekommen wir nach fünf, sechs kleinen Fehlern noch das Gegentor. Das muss man vielleicht anders machen und mir Zeit lassen. Aber ich will das Spiel eben gewinnen. Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen. Nächste Woche wollen wir es besser machen, um da oben zu bleiben. Dortmund hat am Ende ein Tor mehr gemacht, sie hatten das Quäntchen Glück.

Marco Russ kommt gegen Andre Schürrle zu spät
Marco Russ Bild © Imago

Marco Russ: Das einzige, was gefehlt hat, ist die Cleverness. Uns war klar, dass beim BVB auch die Kräfte nachlassen nach dem Europa-League-Spiel. Wir haben eigentlich einen Punkt verdient, wir waren besser in der zweiten Hälfte. Das Eigentor tut mir leid für die Mannschaft, aber wir haben ein super Spiel abgeliefert. Wir müssen es jede Woche abrufen und uns cleverer anstellen, um die Punkte zu behalten. Es ist nur ein Prozent, das bei uns den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmacht.

Danny da Costa: Aktuell ist die Gefühlslage sehr, sehr schlecht. Ich glaube, wir haben in der zweiten Halbzeit eine Riesen-Schritt gemacht, einen Riesen-Kampf geliefert und richtig gut gespielt. Wir hätten definitiv mehr verdient, haben aber einfach zu viel riskiert. Dann hat hinten die letzte Konsequenz gefehlt, um das dann einfach mitzunehmen. Wir haben uns in der Pause und in der zweiten Halbzeit darauf besonnen, was wir uns vorgenommen hatten und haben das auch umgesetzt. Es ist dann natürlich bitter, dass man jetzt trotzdem mit leeren Händen dasteht.

Danny Blum auf der Ersatzbank
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Danny Blum: Du schießt in der 90. Minute hier in Dortmund den Ausgleich, kommst zweimal wieder zurück und bekommst dann im Endeffekt zwei Minuten später, als das Spiel eigentlich schon vorbei ist, die Butter wieder vom Brot genommen. Das ist sehr ärgerlich, wenn Du hier eigentlich mit einem Punkt nach Hause fahren kannst. Es reicht trotzdem für Europa, weil wir eine gute Mannschaft sind. Das zeigen wir jedes Wochenende. Ich glaube, dass wir es uns verdient haben in diesem Jahr, in den Wettbewerb zu kommen.

Niko Kovac: Natürlich ärgert mich das Ergebnis, weil wir gut gespielt haben. Wir haben klar einen Punkt verdient, man darf in der Nachspielzeit nicht noch ein Tor kassieren. Kevin-Prince Boateng wollte auf das dritte Tor gehen. Ich bin der Meinung, dass man da mehr Ruhe walten lassen muss. Die Euphorie vom Tor war noch da, klar. Aber in der Nachspielzeit abgeschossen zu werden, das ist verdammt ärgerlich. Insgesamt müssen wir da cleverer sein. Wenn wir in Dortmund zwei Mal zurückkommen, dann musst du punkten.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! Bundesliga, 11.03.18, 22.05 Uhr