Ante Rebic im Training der Eintracht
Das Zerren um Ante Rebic (Mitte) geht weiter. Bild © Imago

Prominente Abgänge, Verletzte und Stars mit unklarer Zukunft: Im Angriff von Eintracht Frankfurt klaffen kurz vor Saisonstart noch Lücken. Ante Rebic ist Problemverursacher und -löser zugleich.

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Eintracht-Mittelfeldmotor Marco Fabian.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fabián: "Im Fußball weiß man nie, wie es weitergeht"

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Für Trainings-Kiebitze von Eintracht Frankfurt war der Mittwoch ein Feiertag. Bestes Wetter, eine öffentliche Einheit und ein WM-Finalist zum Anfassen. Der kroatische Vizeweltmeister Ante Rebic gab sich die Ehre und trat erstmals unter dem neuen Trainer Adi Hütter gegen den Ball. "Ich bin wieder da", verkündete er anschließend bei Instagram.

Ob Rebic allerdings auch nach Ende der Transferperiode am 31. August noch da sein wird? Dazu sagte er nichts. Sein Berater Fali Ramadani hatte das vorher wohlwissend verboten, die erhofften klaren Worte blieben aus.

Neuzugänge müssen her

Und so ist und bleibt die Offensivreihe wenige Tage vor dem Supercup gegen die Bayern und anderthalb Wochen vor dem Saisonstart im DFB-Pokal die große Frankfurter Problemzone. Die unklare Zukunft von Rebic ist das vorherrschende, bei weitem aber nicht das einzige Thema, mit dem sich die Eintracht-Verantwortlichen schnellstmöglich auseinandersetzen müssen.

Kevin-Prince Boateng, der nicht nur im Pokalfinale als Sturmspitze und Ballverteiler agierte, ist weg. Marius Wolf, der pfeilschnelle Offensiv-Allrounder, ist weg. Rebic, der einzig verbliebene Unterschiedsspieler im Team, könnte es bald sein. Und dann? "Wir brauchen kreative Spieler, die auf den Flügeln den Durchbruch schaffen können, den letzten Pass beherrschen, aber auch selbst torgefährlich sind", hatte Trainer Hütter schon vor dem Aufbruch ins zweite Trainingslager gefordert. Richtig viel passiert ist bislang nicht.

Rebic kokettiert mit Wechsel

Neuzugang Nicolai Müller, der im Hütterschen Lieblingssystem 4-4-2 als offensiver Rechtsaußen eingeplant ist, ist seit zwei Wochen verletzt und konnte auch am Mittwoch nur individuell trainieren. Der neue Spielmacher Chico Geraldes und der vom FC Porto verpflichtete Mittelstürmer Goncalo Paciencia sind zwar fit, die Lücken auf den Außenbahnen können die beiden Portugiesen aber auch nicht schließen. Dem Kader, in dem mit Danny Blum nur ein weiterer gelernter Flügelflitzer steht, fehlt es an Tempo und Durchschlagskraft.

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50 Prozent für Florenz?

Fest steht: Sollte die Eintracht Rebic verkaufen, verdient sein Ex-Verein AC Florenz mit. Die Frage ist nur: wie viel? Lange Zeit hieß es, rund 30 Prozent des Transfererlöses müssten die Hessen direkt weiter nach Italien überweisen. Der kicker spricht in seiner neuen Ausgabe nun von 50 Prozent.

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Umso wichtiger ist deshalb, dass die Causa Rebic möglichst bald beendet wird. Sollte der Kroate bleiben - die eher unwahrscheinlichere Variante - verfügt die Eintracht über ein Ass in der Offensive. Sollte er gehen, muss die Ablöse umgehend reinvestiert werden. Ein von Rebic Anfang der Woche gegenüber in Aussicht gestellter Last-Minute-Deal Ende August wäre der Worst Case.

Auch Fabiáns Zukunft offen

Wie groß die personelle Not ohne den Kroaten wäre, wurde nicht zuletzt im Trainingslager deutlich, als Eintracht-Coach Hütter zeitweise auf Dreierkette umstellte und die beiden Außenverteidiger nach vorne zog. Alternativ durfte sich Marco Fabián auf der für ihn ungewohnten Außenbahn austoben. Restlos überzeugen konnte dabei keine der beiden Varianten. "Wir haben noch viel zu tun", analysierte Hütter treffend.

Ob Fabián in der kommenden Saison überhaupt eine Alternative sein wird, ist derzeit ebenfalls noch offen. Der Vertrag des Mexikaners läuft im nächsten Sommer aus. Da die Eintracht traditionell ablösefreie Abgänge vermeiden will, ist ein Verkauf noch in dieser Transferperiode weiterhin möglich. In der Medienrunde am Mittwoch ließ sich Fabián, der als Ersatz für Rebic zur Presse sprach, dementsprechend alle Hintertüren offen: "Im Fußball weiß man nie, wie es weitergeht", sagte er. Ein Satz, der für ihn, Rebic und die Eintracht gleichermaßen gilt.