Omar Mascarell im Training der Eintracht
Da bin ich wieder! Omar Mascarell ist zurück im Mannschaftstraining. Bild © Imago

Die lange Leidenszeit von Omar Mascarell könnte noch vor Heiligabend zu Ende gehen. Der Spanier steht kurz vor seiner persönlichen Bescherung – und schließt einen Abschied aus Frankfurt vorerst aus.

Die Adventszeit ist auch die Zeit der Wunschzettel. Landauf, landab bringen Groß und Klein ihre Sehnsüchte auf Papier und bitten den Weihnachtsmann um Weltfrieden, eine neue Spielkonsole oder das Trikot des Lieblingsvereins. Nur bei Omar Mascarell ist das in diesem Jahr etwas anders. Der defensive Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt will nach mehr als siebenmonatiger Verletzungspause einfach nur unter Wettbewerbs-Bedingungen Fußball spielen. "Es wäre das schönste Weihnachtsgeschenk, wenn das noch in diesem Jahr klappen würde", sagte er.

Sieben Monate ohne Ball

Der 24-Jährige, der sich zuletzt Ende April im DFB-Pokal-Halbfinale in Gladbach mit Schmerzen über den Platz gequält hatte und nach misslungener konservativer Behandlung im Juli an der Achillessehne operiert wurde, meldete sich am Dienstag zurück im Mannschaftstraining. Nach monatelanger Reha, etlichen vorsichtigen Laufeinheiten und einem ersten Reinschnuppern in der vergangenen Woche durfte Mascarell erstmals wieder voll mitmischen. "Ich habe mehr als ein halbes Jahr hart gearbeitet. Es ist ein tolles Gefühl, wieder Teil des Teams zu sein."

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Auch Chandler wieder da

Neben Omar Mascarell ist auch Timothy Chandler am Dienstag wieder voll ins Mannschaftstraining von Eintracht Frankfurt eingestiegen. Der Rechtsverteidiger hatte nach einer Meniskus-OP rund zwei Monate gefehlt.

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Dem Spanier fehlen eigenen Angaben zufolge zwar noch zehn bis 20 Prozent Fitness. Das erste Wiedersehen mit dem Ball verlief aber schon einmal problem- und furchtlos ab. Mascarell, der im Sommer 2016 von Real Madrid zur Eintracht gekommen war, konnte am ersten Tag der Vorbereitung auf das Duell mit dem FC Bayern bei allen Übungen voll durchziehen. Eine mentale Blockade oder Angst vor Zweikämpfen verspürte er nicht: "Man denkt, dass man mit angezogener Handbremse spielt", lachte er nach seinem Trainings-Comeback. "Aber wenn man auf dem Platz steht, vergisst man das alles."

Mascarell denkt nicht an Hoffenheim

Nicht vergessen ist derweil, dass Mascarell immer wieder heftig von der TSG Hoffenheim umworben wurde – und noch immer wird. Die Kraichgauer hatten bereits im vergangenen Sommer ihr Interesse an einer Verpflichtung des spiel- und zweikampfstarken Sechsers hinterlegt, letztlich verhinderte wohl lediglich die schwere Verletzung einen vorzeitigen Abschied. Aufgeschoben – aber wohl nicht aufgehoben. Denn erst kürzlich heizte TSG-Coach Julian Nagelsmann die Gerüchte in der Bild-Zeitung noch einmal an: "Ich wünsche ihm, dass er gesund wird. Dann werden wir sehen, was die Zukunft bringt."

Mascarell selbst, der bis 2019 in Frankfurt unter Vertrag steht, will davon derzeit jedoch nichts wissen. Oberste Priorität hat seine Gesundheit und eine möglichst schnelle Rückkehr in ein vollbesetztes Fußballstadion. Alles andere ist erst einmal nebensächlich. "Ich will mich einfach schnell erholen, das ist das Wichtigste", betonte er. "Ich bin voll fokussiert auf Eintracht Frankfurt und will hier mit meiner Mannschaft trainieren und endlich wieder auf dem Platz stehen."

Trainer Kovac hat es in der Hand

Im Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den deutschen Serienmeister aus München wird das zwar noch nichts. Dank gleich zweier Englischer Wochen in Folge darf Mascarell aber hoffen, tatsächlich noch im Advent zu seiner persönlichen Bescherung zu kommen. In Hamburg (12.12.), gegen den FC Schalke 04 (16.12.) oder im DFB-Pokal-Auswärtsspiel gegen Heidenheim (19.12.) könnte Niko Kovac zum spanischen Weihnachtsmann werden. "Der Trainer bestimmt, wann es soweit ist", unterstrich Mascarell. "Ich wäre auf jeden Fall hocherfreut."