Niko Kovac von Eintracht Frankfurt
Detailversessen und klar strukturiert: Eintracht-Trainer Niko Kovac. Bild © picture-alliance/dpa

In wenigen Tagen beginnt für Eintracht Frankfurt wieder der Ernst des Lebens in der Bundesliga. Beim ersten Pflichtspiel gegen Erndtebrück zeigten die Frankfurter schon gute Ansätze, offenbarten aber auch noch einige Schwachstellen.

Videobeitrag

Video

zum Video Kovac: "Abhaken, nächste Woche geht die Bundesliga los"

Ende des Videobeitrags

Ja, die Frankfurter Eintracht hat ihr erstes Pflichtspiel im DFB-Pokal gegen Erndtebrück am Ende noch recht souverän mit 3:0 gewonnen. Ja, die Hessen haben in der Sommerpause für ihre Verhältnisse für namhafte Transfers tief in die Tasche gegriffen. Und ja, der Verein hat vor allem in der Hinrunde des letzten Jahres und nicht zuletzt im DFB-Pokal bewiesen, dass Potential in ihr schlummert. Aber reichen diese Tatsachen schon aus, um im ersten Schritt gut in die neue Bundesligasaison zu starten und diese dann im weiteren Verlauf erfolgreich zu gestalten?

Keine genaue Prognose möglich

Trainer Niko Kovac jedenfalls kann sechs Tage vor dem ersten Bundesligaspiel in Freiburg (Sonntag, 15.30 Uhr) noch keine klare Prognose abgeben. "Keiner weiß, wo er steht, und es ist nie ganz einfach, gegen unterklassige Gegner zu spielen. Ich hoffe, dass wir gegen Freiburg ein gutes Gesicht zeigen werden." 

Hoffen auf Rückkehrer de Guzman und Salcedo

Hoffen kann der Trainer vor allem auf einige Rückkehrer, die voraussichtlich pünktlich zum Bundesligastart fit werden. Da ist zum einen Jonathan de Guzman, der sich im zweiten Trainingslager in Gais eine Adduktorenzerrung zuzog und gegen Erndtebrück noch geschont wurde. De Guzman ist im Mittelfeld theoretisch vielseitig einsetzbar. Kovac sieht ihn in der Zentrale jedoch vor allem eher weiter hinten: "Er ist ein sehr ballsicherer Spieler. Es ist wichtig, dass man hinten Spieler hat, die das Spiel aufbauen können. Da sehe ich ihn."

Der andere Hoffnungsträger für Kovac heißt Carlos Salcedo. Er könnte dem Trainer vielleicht schon ein wenig früher als geplant zur Verfügung stehen und bis Sonntag fit werden. Nach seiner Schultereckgelenksprengung plante der Coach eigentlich erst in zwei Wochen mit dem Innenverteidiger. "Aber sein Gefühl sagt ihm, er fühlt sich gut. Und ich glaube, der Junge hat gutes Heilfleisch", sagte Kovac am Samstag. Eine Kernspintomografie soll in der kommenden Woche Klarheit schaffen, ob der Mexikaner gegen Freiburg schon einsatzfähig ist. "Wenn es die Untersuchungen hergeben, dann ist er dabei", freute sich der Übungsleiter.

Mangelhafte Chancenverwertung

Trotz allem Optimismus und aller Hoffnung läuft aber noch nicht alles rund bei der Eintracht. Beim Sieg gegen Erndtebrück offenbarten die Adlerträger mal wieder eine teils eklatante Abschlusschwäche, die phasenweise an die Torflaute aus der Rückrunde der vergangenen Saison erinnerte.

Kovac blieb jedoch gelassen. "Entscheidend ist, dass wir uns die Chancen herausspielen. Das ist das Wichtigste. Nur dann besteht die Möglichkeit, dass man Tore erzielen kann", fand der Kroate und hob das Positive im Offensivspiel hervor: "Im Vertikalspiel und im Umschaltspiel ging der erste Ball oft in die Tiefe. Bei den zwei Toren in der zweiten Hälfte haben wir auch gut umgeschaltet. Ich sehe es positiv."

Es gab aber auch eine Sache, die Kovac etwas missfiel. Sein Team tat sich schwer, ins Spiel gegen den Viertligisten zu kommen, tat sich schwer im Spielaufbau. "Das hat mir nicht so gut gefallen. Wir müssen da schneller und aktiver zum Ball gehen", monierte er.