Kevin Trapp im Trikot der deutschen Nationalmannschaft
Kevin Trapp steht auf dem Wunschzettel von Eintracht Frankfurt. Bild © Imago

Wird der Vorgänger von Lukas Hradecky auch sein Nachfolger? Kevin Trapp steht in Kontakt mit Eintracht Frankfurt. Finanziell ist der Deal wohl unrealistisch – wäre da nicht die WM.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hübner zu Trapp-Rückkehr: "Vorstellung, die uns sehr gut gefällt"

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Am letzten Tag des Trainingslagers von Eintracht Frankfurt trat am Sonntag Bruno Hübner vor die Mikrofone der mitgereisten Journalisten. Der Sportdirektor sprach – wie man das eben so macht – über die guten Bedingungen vor Ort, die starken Trainingsleistungen des Teams und mögliche Transfers. Alles super, alles super, könnte sein, betonte er und sorgte dann kurz vor Ende seines Statements doch noch für einen unerwarteten Knalleffekt. Angesprochen auf den Namen Kevin Trapp als möglichen Nachfolger des scheidenden Lukas Hradecky, sagte er dem hr-sport: "Das wäre eine Vorstellung, die uns sehr gefällt." Hoppla.

Gehalt vs. WM-Chancen

Nationaltorhüter Trapp, der derzeit bei Branchenkrösus Paris St. Germain fürstlich fürs Sitzen auf der Ersatzbank entlohnt wird, ist also tatsächlich ein Kandidat für das Eintracht-Tor. Der Kontakt zwischen dem 27-Jährigen und seinem Ex-Verein ist nie abgebrochen, in der Weihnachtszeit verbrachte Trapp sogar ein paar Tage mit seiner brasilianischen Freundin in Frankfurt. "Kevin hat sich hier immer wohlgefühlt", betonte Hübner, der im Rennen um den wechselwilligen Schlussmann wohl nur mit weichen Faktoren punkten kann. Denn: Finanziell wird das "relativ schwer" bis "nicht möglich", wie er klarstellte.

Geht es Trapp ums Geld, ist Frankfurt also raus. Will sich Trapp für die Weltmeisterschaft im Sommer empfehlen, könnte sich für die Hessen eine unverhoffte Möglichkeit eröffnen. "Wenn sich im Winter eine Chance ergibt, will Kevin Paris verlassen", hatte sein Berater schon im Dezember verkündet. Wenn die Eintracht aktiv werden will, dann also jetzt.

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Trapp braucht Spielpraxis, eine Einsatzgarantie und möglichst gar keine Eingewöhnungszeit. Die meiste Beachtung von Bundestrainer Joachim Löw würde er zudem definitiv in der Bundesliga bekommen. All das kann ihm die Eintracht bieten. Wenn Trapp denn will – und wenn es eine schnelle Lösung im Hickhack um Hradecky gibt.

Hradecky-Abschied wohl beschlossene Sache

Der Vertrag des Finnen läuft zwar noch ein halbes Jahr und Hübner betonte, dass beide Seiten eine Erfüllung anstreben. Da eine Verlängerung inzwischen aber wohl ausgeschlossen ist, wäre ein sofortiger Wechsel im Winter die letzte Chance auf eine Ablösesumme. "Wir hatten immer die Hoffnung, dass das mit Lukas funktioniert. Dann wurden wir aber eines Besseren belehrt", so Hübner.

Hradecky – das nimmt ihm in Frankfurt niemand übel – will mehr Geld verdienen. Die Aussichten auf ein prallgefülltes Gehaltskonto sind bei anderen Vereinen deutlich besser als bei der Eintracht. Der Abschied ist nur noch eine Frage der Zeit. Warum dann also nicht direkt?

Win-Win-Win-Situation

Die Eintracht hätte das Problem auf der Torhüter-Position mit einer Königslösung beendet. Hradecky wäre zufrieden, Trapp wäre zufrieden, die Frankfurter Fans hätten ihren früheren Liebling wieder und würden ihrem aktuellen Liebling nicht allzu lange hinterher trauern. "Wir waren auf dieser Position mit Trapp und Hradecky zuletzt sehr gut besetzt", bilanzierte Hübner. "Darauf steht bei uns jetzt natürlich ein spezieller Fokus. Wir haben einen Kandidatenkreis, den wir intensiv prüfen." Einer der Namen auf dieser Liste ist womöglich tatsächlich Kevin Trapp.