Uli Hoeneß beim FC Bayern
Uli Hoeneß ist mal wieder in Bestform. Bild © picture-alliance/dpa

Der Streit zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern geht in die nächste Runde. Präsident Uli Hoeneß und Sportdirektor Hasan Salihamidzic schießen nach der Kritik von Fredi Bobic doppelt zurück.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat die Kritik von Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic wegen der Verpflichtung von Trainer Niko Kovac am Samstag mit deutlichen Worten zurückgewiesen. "Wir haben die Aussagen als ziemlich unverschämt empfunden", sagte Hoeneß bei Sky. Das Vorgehen der Münchner bezeichnete er als "sehr professionell". Bobics Anschuldungen seien "eine Schweinerei".

Zufälliges Treffen bei einer Feier

Die Aussage, dass die Bayern die Presse mit Informationen versorgt hätten, sei schlicht falsch. Vielmehr hätte Kovac Sportdirektor Bruno Hübner und Bobic frühzeitig über den Wechsel informieren wollen. "Da er bis gestern ein guter Freund von Bobic war", so Hoeneß. "So wie sich Bobic verhält, ist das jetzt wohl nicht mehr so."

Die Meldungen über ein Treffen zwischen Hoeneß und Kovac schon vor mehr als zwei Wochen seien zudem nicht mit dem Wechsel in Zusammenhang zu bringen. Dieses Treffen habe sich rein zufällig bei einer Geburtstagsfeier seines wie Kovac aus Kroatien stammenden Fahrers zugetragen, sagte Hoeneß. "Bei dem Essen waren 60 Leute, Sie glauben doch wohl nicht, dass wir da Verhandlungen führen."

Auch Salihamidzic schießt scharf

Wenige Stunden zuvor hatte auch Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic auf die harsche Frankfurter Kritik am Verhalten des deutschen Rekordmeisters reagiert. "Ich kann natürlich die Enttäuschung von Fredi Bobic verstehen. Trotzdem war die Wortwahl vielleicht nicht die richtige", sagte Salihamidzic kurz vor dem Bundesligaspiel des FC Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach (5:1).

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Eintracht-Sportvorstand Bobic hatte die Vorgehensweise der Münchner als "extrem bedenklich und respektlos" bezeichnet. Bobic hatte sich vor allem auf den Zeitpunkt und die Art und Weise der Bekanntgabe mitten in der entscheidenden Phase der Saison bezogen.

"Eintracht hat nun vier Wochen mehr Zeit"

"Von Seiten des FC Bayern kamen überhaupt keine Informationen. So viel kann ich schonmal sagen", erklärte Salihamidzic. "Zweitens habe ich mich mit Niko Kovac abgesprochen und Nikos Wunsch war, dass er es als erstes Hübner und Bobic sagt, weil er eine freundschaftliche Beziehung zu ihnen pflegt. Natürlich hätte ich ihn danach angerufen, aber ich konnte ja nicht wissen, dass es am Donnerstagabend rauskommt", sagte der 41-Jährige weiter.

"Und Drittens: Wir hätten es denen ja auch Mitte Mai sagen können und deswegen finde ich, dass sich der FC Bayern total fair verhalten hat, weil Fredi Bobic und Bruno Hübner nun vier Wochen mehr Zeit haben, um sich nach einem neuen Trainer umzuschauen. Der FC Bayern hat sich überhaupt nichts vorzuwerfen."

Schon länger mit Kovac befasst

Die Bayern hatten sich nach den Worten von Salihamidzic schon länger mit der Personalie Kovac befasst. "Ich habe vor Monaten ein Konzept vorgelegt und Niko vorgeschlagen. Nachdem die Bayern-Bosse einverstanden gewesen seien, habe er sich darum gekümmert.

Der Nachfrage, ob er sich dann wirklich am vergangenen Donnerstag erstmals mit Kovac ausgetauscht und ihn innerhalb von wenigen Stunden von einer Unterschrift überzeugt habe, wich er aus. "Wir haben uns am Donnerstag geeinigt", sagte er. "Alles andere wären zu viele Details."

Auch Hoeneß wollte auf dieses Thema nicht näher eingehen. "Wir sind hier nicht bei der Staatsanwaltschaft."

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am Samstag, 14.04.2018, 17.15 Uhr