Axel Hellmann und DFB-Pokal
Nach 30 Jahren ist der DFB-Pokal zurück in Frankfurt: Axel Hellmann freut's natürlich. Bild © Rhode/Storch

Die Pokalfeierlichkeiten sind noch in frischer Erinnerung, da blickt die Frankfurter Eintracht erwartungsfroh auf die nächsten großen Aufgaben. Vorstandsmitglied Axel Hellmann freut sich vor allem auf die Reisen quer durch Europa.

Den 31. August dürfte sich Axel Hellmann in seinem elektronischen Terminkalender schon vorgemerkt haben. Auf diesen Tag freut sich das Vorstandsmitglied der Frankfurter Eintracht ganz besonders, wenn im Fürstentum Monaco die Gruppenphase der Europa League ausgelost wird. "Ich bin sicher, dass wir auch diesmal wieder bei den Heim- als auch Auswärtsspielen eine extrem herausragende Auslastung und große Reisefreudigkeit haben werden", sagte Hellmann am Samstag im hr1-heimspiel!. Erinnerungen werden wach an die legendäre Reise im Jahr 2013 nach Bordeaux, als damals 12.000 Eintracht-Fans ihr Team anfeuerten.

"Europa League kein Verlierer-Cup"

Die kommende Dreifach-Belastung nehmen die Frankfurter also gerne in Kauf, auch wenn es im Vergleich zur Champions League deutlich weniger zu verdienen gibt. "Die Europa League ist für uns kein Cup der Verlierer. Sie ist für uns eine Riesenchance, die wir schon vor fünf Jahren genutzt haben – nicht nur ökonomisch, sondern auch für unsere Reputation", hob Hellmann hervor. Der 47-Jährige kalkuliert moderat mit rund 18 Millionen Euro – ohne dabei Zuschauereinnahmen und TV-Gelder zu berücksichtigen.

Dass die Frankfurter mit Ambitionen in den europäischen Wettbewerb im September starten werden, verdeutlichte zuletzt Sportvorstand Fredi Bobic bei der Präsentation von Kovac-Nachfolger Adi Hütter. Man wolle durch die Gruppe marschieren, gab Bobic den neuen Chefcoach gleich als Zielvorgabe mit auf den Weg. Hellmann sieht das ganz genauso: "Wir nehmen diesen Wettbewerb ernst. Er ist wirtschaftlich lukrativ, und wir wollen für die Bundesliga etwas reißen."

"Bei Boateng bin ich optimistisch"

Damit die Eintracht auf internationalem Parkett eine gute Figur abgibt, braucht es natürlich einen schlagkräftigen Kader. Geld für Verstärkungen ist da. Bislang steht nur Frederik Rönnow als Neuzugang für den nach Leverkusen abgewanderten Stammkeeper Lukas Hradecky fest. Zudem hat Marius Wolf die Hessen in Richtung Dortmund verlassen. Weitere Leistungsträger wie Ante Rebic oder Omar Mascarell könnten der Eintracht ebenfalls den Rücken kehren. Auch "Leader" Kevin-Prince Boateng hat Begehrlichkeiten anderer Vereine geweckt. Aber Hellmann ist "optimistisch, dass er bleibt". Denn er habe sich in Frankfurt einen Status erarbeitet.

Weniger optimistisch klingt das Vorstandsmitglied in der Personalie Mascarell. Real Madrid kann den Spanier für eine festgeschriebene Ablösesumme von vier Millionen Euro zurückholen. "Bei Mascarell muss man sehen, wer um ihn buhlt, da wird es einige Interessenten geben." Angesichts der Gehaltssummen, die aktuell auf dem Markt bezahlt werden, so Hellmann, sei es zu verstehen, dass Spieler sich Angebote anderer Vereine anhören würden. Die Eintracht kann dafür mit einem anderen Pfunden wuchern, findet Hellmann: "Ein starkes Argument ist, dass wir ein Umfeld geschaffen haben, in dem wir Erfolge erzielen können."

"Hütter hat mich als Typ überzeugt"

Der 3:1-Pokaltriumph über Bayern München hat dies eindrucksvoll untermauert. Die Entwicklung des aufstrebenden Bundesligisten in vielen Bereichen ist weithin sichtbar, um nur den Bau der neuen Geschäftsstelle zu nennen. Erst am Donnerstag verkündete Hellmann Millionen-Investitionen in die digitale Infrastruktur des Vereins. Die Eintracht rüstet sich für die Zukunft, und die heißt auf der Trainerbank Adi Hütter. Hellmann ist überzeugt, dass der Berner Meistermacher zu den Frankfurtern passt: "Er hat mich als Typ überzeugt. Ich mag Trainertypen, die mit einem klaren Koordinatensystem antreten und die Werte auf Disziplin und Ordnung legen."

Sendung: hr1-heimspiel!, 09.06.2018, 15 Uhr