Eintracht-Trainer Niko Kovac
Niko Kovac geht zum FC Bayern. Bild © picture-alliance/dpa

Es ist offiziell: Niko Kovac verlässt Eintracht Frankfurt zum Saisonende und wird Cheftrainer beim FC Bayern. In einer Pressekonferenz am Nachmittag erklärt er sein Handeln, Sportvorstand Fredi Bobic übt deutliche Kritik.

Nun also doch: Die Zeit von Trainer Niko Kovac bei Eintracht Frankfurt geht in wenigen Wochen zu Ende. Wie zunächst der FC Bayern und dann auch die Eintracht am Freitag bestätigte, wird Kovac seinen bis 2019 laufenden Vertrag in Frankfurt nicht erfüllen und nach der Saison zum FC Bayern wechseln. Beim Rekordmeister unterschreibt der Kroate einen Dreijahresvertrag, die Ablösesumme soll dank einer Ausstiegsklausel bei rund 2,2 Millionen Euro liegen.

"Ich habe gestern ein Vertragsangebot aus München erhalten und dieses auch angeommen", sagte Kovac auf der Pressekonferenz. "Ich habe dann Fredi Bobic und Bruno Hübner informiert und mich heute auch der Mannschaft gestellt. Wichtig ist, dass wir jetzt nicht unsere Ziele aus den Augen verlieren."

Bobic kritisiert die Bayern

Der FC Bayern hatte den Transfer schon einige Stunden vorher offiziell verkündet. "Niko Kovac wird ab dem 1. Juli 2018 neuer Trainer des FC Bayern", wurde Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic in einer Mitteilung zitiert. "Niko war Spieler bei Bayern, er kennt die handelnden Personen sowie die Strukturen und die DNA des Klubs sehr gut. Wir sind überzeugt, dass er der richtige Trainer für die Zukunft des FC Bayern ist."

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Richtig deutliche Worte fand Sportvorstand Bobic, der die Vorgehensweise des FC Bayern als "bedenklich und respektlos" bezeichnete. Die Bayern hatten den Deal eingefädelt, ohne direkte Kontaktaufnahme mit den Frankfurter Verantwortlichen. Bobic habe bis heute nicht einmal Kontakt zu den Bayern gehabt, betonte er. "Es sind Infos nach außen geflossen, das ist sehr ärgerlich und unprofessionell. Das sind Dinge, die ich auf diesem Niveau nicht kenne", so Bobic.

Kovac wehrt sich

Noch vor wenigen Tagen hatte Kovac betont, dass es keinen Grund gebe, an seinem Verbleib zu zweifeln. "Stand jetzt bin ich bis 2019 hier Trainer." Kurz vor dem wichtigen Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr) in Leverkusen und dem DFB-Pokalhalbfinale am Mittwoch auf Schalke ist das nun aber Makulatur. Die Eintracht muss sich einen neuen Trainer suchen. "Ich hätte sagen können: Nein, ich gehe nicht", so Kovac. "Aber ich habe immer die Wahrheit gesagt."

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