Axel Hellmann
Axel Hellmann Bild © picture-alliance/dpa

Stark in der Bundesliga, stark im DFB-Pokal, dazu die Diskussionen über Montagsspiele und die 50+1-Regel: Eintracht Frankfurts Vorstandsmitglied Axel Hellmann kann derzeit zu vielen Dingen Stellung beziehen – so wie am Montag im heimspiel! des hr-fernsehens.

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Das sagte Hellmann über …

… die Pokalauslosung und den nächsten Gegner Schalke 04: "Ich war froh, dass das Bayern-Los an uns vorüberging. Schalke wird ein 50:50-Spiel. Wir sind auswärts sehr stark, in den letzten Jahren haben wir in Gelsenkirchen immer gute Ergebnisse abgeliefert. Aber das Wichtige ist, auch ein bisschen darauf zu setzen, dass sich der Gegner eigentlich schon im Finale wähnt. Und wenn ich höre, was im Schalker Forum geschrieben wird, dann könnte ich mir vorstellen, dass man uns vielleicht nicht ganz so ernst nimmt."

… die Ziele, die die Eintracht in dieser Saison erreichen kann: "Wir sind ein Club, der immer in den Rückspiegel schauen muss: Was tut sich hinter uns?! So einen Einbruch wie in der letzten Rückrunde werden wir nicht erleben. Das Wort Europa vermeiden wir unbedingt. Wir wissen, dass die ganze Region im Moment euphorisch ist. Aber von der Spitze des Aufsichtsrates bis zum letzen Mitglied im Team um das Team sind alle ganz klar programmiert darauf zu sagen: Darüber sprechen wir erst, wenn es tatsächlich Spitz auf Knopf kurz vor der Entscheidung steht."

… die Chancen, Top-Spieler wie Sébastien Haller eines Tages für 30 Millionen Euro verkaufen zu können: "Ich weiß nicht, ob das eine Summe ist, die der Markt hergeben wird. Nur wenn er Tore – viele Tore – schießt, gibt es überhaupt die Diskussion über den Marktwert. Und das ist für uns eine Win-Win-Situation. Entweder wir können ihn als erfolgreichen Stürmer behalten, oder er ist so erfolgreich, dass wir ihn für eine gute Ablösesumme in den Markt geben können. Aber wenn einer der großen Clubs sagt: Den wollen wir haben – dann haben wir keine Chance, dann werden wir ihn verlieren. Aber dann werden wir zumindest einiges einnehmen."

… die kontroversen Diskussionen zum Thema Montagsspiel: "Wir haben in der Bundesliga im Moment einen Zielkonflikt. Wir wollen möglichst viel Geld erlösen, um international wettbewerbsfähig zu sein. Wir wollen eine Solidargemeinschaft zwischen erster und zweiter Liga, was Spieltagsansetzungen angeht. Wir wollen den Amateursport schützen, damit auch die Vereine in den unteren Klassen Zuschauer haben. Und wir wollen die Fankultur in Deutschland erhalten. Das sind vier Ziele, die nicht optimal zusammenpassen. Wir müssen eine Entscheidung treffen, was wir haben wollen. Die Liga hat sich in den vergangenen Jahren um Grundsatzentscheidungen herumgedrückt. Das kommt jetzt beim ersten Montagsspiel der Geschichte – ausgerechnet bei uns – voll zum Tragen."

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… die Abneigung vieler Fans gegenüber Montagsspielen: "Der Montag ist für die Bundesliga kein gelernter Spieltag, deshalb gibt es auf die Ansetzung eine sehr negative Resonanz. Wir als Clubs können nicht die Augen davor verschließen, dass sowohl auf der Fan-Seite als auch auf der Sponsoren-Seite keiner happy ist über den Montag. Und wir müssen auch akzeptieren, dass unsere Fan-Szene – und zwar nicht nur Ultras, sondern die gesamte organisierte Fan-Szene – gegen diesen Montag ist.

Die Fans sagen: Heim- und Auswärtsspiele sind für uns Teil unserer Identität, Teil unserer Kultur. Und wenn wir das kaputt machen, machen wir einen Teil unserer Vereinskultur kaputt. Ich tendiere dazu, auf den Sonntag zurückzugehen und die eine oder andere Parallelansetzung zu prüfen, insofern das rechtlich funktioniert. Ich glaube, wenn wir alle Vibrationen aufgreifen, wird der Montag keine wirklich große Zukunft haben."

… den Sinn der viel diskutierten 50+1-Regel: "Die Regel ist grundsätzlich sinnvoll. Aber die Ausnahmeregelungen machen es schwer, die Grundsätze und Werte, die 50+1 schützen sollte, wirklich zu bewahren. Deswegen habe ich mich für eine Veränderung ausgesprochen. Ich bin der Meinung, die Werte, die 50+1 schützen soll, noch viel härter zu verankern – und zwar über ein Grundsatzstatut oder eine gesetzliche Regelung. Werte wie: Standortsicherung, Einfluss der Basis und der Mitglieder auf wesentliche Entscheidungen, Stehplatzsicherung und, und, und.

Wenn das härter abgesichert ist, kommt es nicht auf die Frage an, ob ein Investor einen oder 99 Prozent hält – weil die entscheidende Mitbestimmung bei Kernfragen weiter bei der Mitgliederbasis liegen wird. Und dann nimmt man Investoren auf, die bereit sind, lange in einen Club zu investieren. Die bereit sind, Fankultur und Geschichte eines Clubs zu akzeptieren. Die sich verpflichten, über zehn, 20 Jahre ihren Anteil zu halten, damit nicht an irgendeiner windigen Ecke die Anteile eins Fußballclubs gehandelt werden."

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