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Eintracht-Trainer Niko Kovac Bild © Rhode/Storch

Die Frankfurter Eintracht hat mit Hannover 96 das Überraschungsteam der bisherigen Bundesliga-Saison vor der Brust. Sorge bereitet Trainer Niko Kovac derzeit aber mehr die eigene Mannschaft: Denn die Eintracht kränkelt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kovac: "Da haben einige mit zu kämpfen"

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Niko Kovac ist verschnupft. Und das nicht etwa, weil seine Spieler im Training am Mittwoch nicht mitgezogen hätten. Auch den Eintracht-Trainer hat in der Länderspielpause eine Erkältung erwischt, dabei habe er endlich "mal ein bisschen abschalten" können. "Natürlich nicht ganz, weil wir müssen ja die nächsten Spiele vorbereiten gegen Hannover und dann auch gegen Dortmund", schob er mit belegter Stimme hinterher. Der Fokus aber lag in den vergangenen Tagen nicht auf der Eintracht, sondern ihren Nationalspielern.

Mit Mijat Gacinovic hat nun einer die Qualifikation zur Weltmeisterschaft im kommenden Jahr geschafft und darauf ist nicht nur der Serbe mächtig stolz. "Die WM wird ein Höhepunkt seiner noch jungen Karriere. Mijat gibt immer Gas, manchmal sogar ein bisschen viel", sagte Kovac. Manchmal müsse er ihn sogar bremsen – und doch: "Ich freue mich für ihn."

Alternativen gesucht

Wohl auch weil Gacinovic vom Abenteuer WM-Qualifikation wohlbehalten zurückgekehrt ist. Die restlichen Nationalspieler sind ebenfalls ohne Blessuren nach Frankfurt zurückgekehrt, Carlos Salcedo wird am Donnerstag zurückerwartet. "Ich hoffe, er ist eine Alternative für das Wochenende." Dann könnte er gegen Hannover 96 Simon Falette ersetzen, der gesperrt fehlt. Eine weitere Alternative für die Innenverteidigung wäre auch Marco Russ.

Die Suche nach Alternativen könnte Kovac in den kommenden Tagen ebenso beschäftigen wie der Gegner vom Maschsee. Denn während die Nationalspieler fit von den Länderspielreisen zurückgekehrt sind, hat sich das Lazarett der Frankfurter merklich gefüllt. Neben Trainer Kovac ist auch Sébastien Haller angeschlagen. Er fehlte am Mittwoch im Training – mit Halskratzen, Schnupfen, Ohren- und Kopfschmerzen hatte Kovac ihn zum Arzt geschickt. Während der Coach hofft, dass es für den Franzosen bis zum Wochenende reicht, sieht es beim ebenfalls erkrankten Marc Stendera schlecht aus. "Da haben einige mit zu kämpfen", hüstelte Kovac.

Aufsteiger mit enormer Stärke

Dabei erwartet das angeschlagene Team mit Hannover das bisherige Überraschungsteam der Bundesliga-Saison. Zwar kassierte die Breitenreiter-Elf gegen Borussia Mönchengladbach vor der Länderspielpause eine 1:2-Niederlage – es war allerdings auch die erste in dieser Saison. "Sie stehen nicht zu Unrecht da oben", so Kovac. "Hannover macht das außerordentlich gut. Das ist kein Fußball auf dem Niveau von Borussia Dortmund, aber wie die Mannschaft spielt, das ist fantastisch."

Für die Eintracht dürfte das Aufeinandertreffen mit dem Tabellenfünften deshalb kein leichtes Spiel werden. "Wir müssen über 90 Minuten das zeigen, was uns letztes Jahr in der Hinserie ausgezeichnet hat", forderte Kovac. "Dann haben wir Chancen. Wenn nicht, dann wird es für jede Mannschaft schwer in Hannover." Wie schwer, das haben jene sechs Teams erlebt, die sich zu Saisonbeginn die Zähne am Aufsteiger ausbissen und den 96ern nie mehr als einen Punkt abringen konnten. "Das wird kein einfacher Gang", prophezeite Kovac. "Das ist eine Mannschaft, die als Kollektiv auftritt." Nicht weniger erwartet der Trainer auch von seiner Elf – dafür aber müssen am Samstag genug Profis wieder fit sein.