Sebastien Haller von Eintracht Frankfurt
Sébastien Haller sorgt derzeit für die Frankfurter Höhepunkte. Bild © Rhode/Storch

Auch im Testspiel gegen Hessenligist Lehnerz kann Eintracht Frankfurt die Probleme nicht kaschieren. Für magische Momente sorgt derzeit nur Sébastien Haller.

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Zu einem Zwischenfazit wollte sich Trainer Niko Kovac am späten Freitagabend nicht mehr hinreißen lassen. Nach sieben Bundesliga-Spieltagen steht Eintracht Frankfurt mit zehn Punkten auf Rang acht. Drei Siege, drei Niederlagen, 6:6 Tore. Kein Grund für Jubelstürme, aber auch keiner für große Sorgen. Spielerisch ist viel Luft nach oben, und auch die Abwehr wackelte selbst im Testspiel gegen Hessenliga-Spitzenreiter TSV Lehnerz (3:0) teilweise bedenklich. Überbewerten sollte man das alles aber wohl noch nicht. "Ich ziehe eine Bilanz nach zehn Spieltagen", bat Kovac weiter um Geduld: Abgerechnet wird Ende Oktober.

Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun. Auf dem Herbst-Programm der Eintracht stehen drei Bundesliga-Partien gegen Hannover 96, Borussia Dortmund und Mainz 05, dazwischen geht es im DFB-Pokal zu Regionalligist Schweinfurt. "Das warten wir ab, dann setzen wir uns zusammen."

Falette erneut mit Notbremse

Eine der Baustellen, die der Eintracht-Coach beackern muss, ist derzeit die Position neben Abwehrchef David Abraham in der Innenverteidigung. Der Mexikaner Carlos Salcedo ist nach Schulter-OP noch nicht in Vollbesitz seiner Kräfte. Simon Falette, der nach seinem Platzverweis gegen den VfB Stuttgart zwei Spiele gesperrt wurde, scheint noch nicht ganz angekommen zu sein in Frankfurt. Die Koordination mit seinen Nebenleuten, in Lehnerz war das Aushilfskapitän Marco Russ, passt nicht.

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Kovac-Interview im hr-heimspiel!

Ein langes Interview mit Eintracht-Trainer Niko Kovac sehen Sie am Montagabend (23 Uhr) im heimspiel! des hr-fernsehens.

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Auch gegen das viertklassige Team aus Lehnerz leistete sich der Franzose eine Notbremse, die nur dank eines Schiedsrichters im großzügigen Testspiel-Modus ungestraft blieb. "Da stimmt die Abstimmung nicht, das müssen wir verbessern", kündigte Kovac zusätzliche Defensiv-Einheiten an.

Fabián noch nicht adäquat ersetzt

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Arbeit gibt es aber auch weiter vorne. In der Offensive fehlt es in Abwesenheit des verletzten mexikanischen Spielmachers Marco Fabián merklich an Kreativität und Spielwitz. Gegen tiefstehende Gegner – selbst wenn dieser Lehnerz heißt – tut sich die Eintracht schwer. "Wir waren geduldig, haben aber sicher nicht immer die richtige Lösung gefunden", gab Kovac zu. Die mit zahlreichen Reservisten spielenden Frankfurter hatten zwar oft den Ball, viele Chancen gab es aber nicht. Und genutzt wurden diese zu selten.

Ein Bild, das aus der Bundesliga bekannt ist. Nur jeder zwölfte Torschuss der Eintracht führt zum Erfolg. Ein Wert, der eher für Tabellenkeller als für sportlichen Höhenflug spricht. "Man kann immer besser spielen, insgesamt sollten wir aber zufrieden sein", so Kovac, dessen letztlich gute Laune vor allem mit seinem neuen Vorzeige-Akrobat Sébastien Haller zusammenhängt.

Haller verspricht weitere Traumtore

Der teuerste Neuzugang der Vereinsgeschichte deutet nach etwas holpriger Anfangszeit an, dass er sein Geld durchaus wert ist. Auf Erlösung durch Elfmetertor in Köln (1:0) folgte Last-Minute-Seitfallzieher gegen Stuttgart (2:1) folgte Traum-Seitfallzieher gegen Lehnerz. "Jetzt glaube ich ihm, dass er das kann", freute sich Kovac über die Flugeinlagen seines Mittelstürmers.

Der junge Franzose ist der große Hoffnungsträger der Eintracht und hat inzwischen auch außerhalb des Platzes die Zurückhaltung etwas abgelegt. "Ich kann das auch zehnmal machen. Ich muss nur die richtigen Bälle kriegen", kündigte er weitere Traumtore an. Sollte ihm das gelingen, könnte das Zwischenfazit Ende Oktober durchweg positiv ausfallen.