Die SGE lässt sich nach dem Pokalfinale 2017 von ihren Fans feiern.
Sehnsuchtsort Olympiastadion Berlin: Die Eintracht will wie 2017 ins Pokalfinale. Bild © Imago

Die Causa Niko Kovac hat die Frankfurter Eintracht kräftig durchgeschüttelt. Das Highlight im Pokal-Halbfinale gegen Schalke 04 könnte da genau richtig kommen.

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Um 12:17 Uhr war es soweit. Via Twitter rief die Frankfurter Eintracht am Sonntag jedem ins Gedächtnis, welches Highlight der Spielplan in der kommenden Woche bereithält. "DFB-Pokal-Modus: An", schrieb die Social-Media-Abteilung des Clubs in dem sozialen Netzwerk – und verknüpfte die knackige Botschaft mit einem Foto, das vielen Fans eine Gänsehaut auf den Körper zaubern dürfte.

Wie eine Horde Kinder ohne Aufsicht rennt eine Meute von Eintracht-Profis im Mönchengladbacher Borussia-Park zum Gästeblock, weil sie sich gerade für das Endspiel um den DFB-Pokal qualifiziert hat. Erinnerungen an den April 2017, die im unruhigen April 2018 helfen sollen. Am Mittwoch (20.45 Uhr) dürfen die Frankfurter erneut im Pokal-Halbfinale antreten.

. -Modus: An ✅

Diese Partie beim FC Schalke 04 – angesichts der aktuellen Umstände flimmert sie am Horizont wie eine Oase in der Wüste. Die Nachricht vom Wechsel von Trainer Niko Kovac zum FC Bayern zieht einen Rattenschwanz hinter sich her, der sich ein Mal rund um dieses Wochenende und um die deftige 1:4-Niederlage in Leverkusen gelegt hat. Der Leistungsabfall nach der Halbzeitpause lässt sich noch analytisch erklären, die Nebenkriegsschauplätze aber zerren in jedem Fall an Kraft und Nerven.

Ob nun die Aussagen von Münchens Sportdirektor Hasan Salihamidzic ("Wir haben uns am Donnerstag geeinigt, alles andere wären zu viele Details"), von Präsident Uli Hoeneß ("Es ist eine Schweinerei zu behaupten, wir hätten das an die Presse rausgegeben") oder des Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge ("Haben uns keinen Vorwurf zu machen") – bei der Eintracht herrscht genau die Unruhe, vor der Sportvorstand Fredi Bobic am Freitag gewarnt hatte. Die Aussicht auf das Ticket für eine weitere Berlin-Reise ist da der perfekte Strohhalm, an den man sich klammern kann.

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Bobic machte deshalb nach dem Leverkusen-Spiel damit weiter, womit er ebenfalls am Freitag begonnen hatte: Er füllte den Namen Eintracht mit der entsprechenden Bedeutung. "Ein Pokal-Halbfinale spielen zu können, ist etwas Schönes. Etwas, worüber wir uns freuen können", sagte er am Samstag am Sportschau-Mikrofon. "Man sieht es an den Fans, die sich darauf auch freuen. Klar, wir sind der Außenseiter. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass die Jungs alles von sich geben werden, um diesen Traum wahr zu machen."

Und diese "Jungs" – die Frankfurter Profis – machen nicht den Eindruck, als müssten sie in besonderem Maße auf die Pokal-Aufgabe eingestimmt werden. "Das Wichtigste ist, dass wir keine Entschuldigung suchen. Jetzt am Mittwoch haben wir ein wichtiges Spiel, da geben wir wieder Gas", antwortete etwa Marius Wolf auf die Frage, ob das Kovac-Thema in der entscheidenden Saisonphase einen negativen Einfluss auf die Frankfurter Leistung haben könnte. "Natürlich ist das jetzt eine schwierige Phase", räumte Torhüter Lukas Hradecky ein. "Nichtsdestotrotz werden wir es so gut machen, wie wir nur können. Hoffentlich fahren wir dann wieder nach Berlin".

Coach Kovac kann sich über so viel Eigenmotivation in seinem Team eigentlich nur freuen. Der 46-Jährige betonte zwar, einen gewöhnlichen Bundesliga-Spieltag erlebt zu haben. Das öffentliche Interesse an ihm ist seit Bekanntwerden seiner Zukunftspläne dennoch gefühlt ins Unermessliche gestiegen. Kovacs schwierigste Aufgabe ist nun, eine an elementaren Stellen angeschlagene Mannschaft innerhalb von nur wenigen Tagen fit zu bekommen. Kevin-Prince Boateng wurde in Leverkusen nach gut einer Stunde völlig ausgelaugt ausgewechselt, und die beiden Stürmer Luka Jovic und Sébastien Haller hatten es erst gar nicht in die Startelf geschafft.

"Meine Mannschaft spielt immer am Anschlag", sagte Kovac deshalb, wobei er damit auch die Leistungsbereitschaft seiner Schützlinge honorierte. "Wenn wir das über 90 Minuten schaffen, können wir jedem Gegner zumindest Schwierigkeiten bereiten." Ob die Diskussionen über seinen Wechsel nach München die Saisonziele der Hessen in Gefahr bringen? Kovac hält es da wie Sportvorstand Bobic: "Wir sind Tabellensechster, wir sind im Pokal-Halbfinale – und wir sind Eintracht Frankfurt. Insofern muss man das alles richtig einordnen." Der Optimismus ist nach wie vor groß bei den Adlerträgern. Der Pokal-Modus scheint schnell zu funktionieren.

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