Eintracht gegen Freiburg Spielszene
Es ging eng zur Sache zwischen der Eintracht und dem SC Freiburg. Bild © picture-alliance/dpa

Omar Mascarell hat seinen Zauberfuß noch, Kevin-Prince Boateng ist erst der Boss, dann der Pechvogel und die Eintracht schwächelt erneut bei der Chancenverwertung – das Eintracht-Remis gegen Freiburg in fünf Punkten.

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Die Frankfurter Eintracht ist nicht über ein 1:1 gegen Freiburg hinausgekommen. Trotz zahlreicher Chancen gelang den Hausherren am Samstag nur ein Treffer durch Sébastien Haller (25.). Robin Koch erzielte den Ausgleich für den SCF (50.).

Immens ärgerlicher

Die Tonlage war höflich wie immer, aber ab und zu zitterte die Lippe von Niko Kovac und ein Lächeln war dem Coach der Eintracht nach dem unnötigen 1:1 gegen Freiburg kaum abzuringen. Kovac, das war eindeutig, war richtig sauer. Sauer über den verpassten Sieg gegen einen ersatzgeschwächten und vor allem in der ersten Halbzeit richtig schwachen Gegner. "Ich bin maßlos verärgert. Das hätten wir heute nicht verspielen dürfen", sagte er und meinte damit vor allem das alte Sorgenkind der Eintracht, die Chancenverwertung. Von fünf, sechs glasklaren Chancen sprach der Trainer – und das ist noch konservativ gerechnet. Am Ende standen auf dem Statistikbogen 14 Torschüsse der Hessen, aber nur ein Treffer.

Freiburg reicht ein guter Block

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Dass das zu wenig war, lag an einer Leistungssteigerung der Gäste nach der Pause. Die Freiburger waren deutlich aggressiver, gewannen im Mittelfeld viel mehr Zweikämpfe und waren vor allem extrem effizient. Nach zwei eher zufälligen Chancen in der ersten Halbzeit nutzte die Mannschaft von Trainer Christian Streich die erste und einzige Gelegenheit der zweiten 45 Minuten zum Ausgleich. Bei einem Eckball (50.) ließen sich die Frankfurter ausblocken und Koch nickte ein – auch das zum Ärger von Kovac. "Da muss man dran bleiben oder sagen, übernimm du. So ein Block ist normal, aber das darf so nicht vorkommen."

Ahhh... Omar!

Kommen wir zum Positiven: Seit April fehlt Omar Mascarell der Frankfurter Eintracht. Wie sehr, das konnte jeder im Stadion nach nur zehn Minuten sehen. Erst grätschte der spanische Staubsauger einen SCF-Angriff mit langem Bein ab, dann packte er einen Zuckerpass aus dem Gelenk, der in Haller einen willigen, aber unglücklichen Abnehmer fand. Nur 15 Minuten später lief es besser, erneut schwebte ein Omar'scher Ball über die Gäste-Verteidigung, Timothy Chandler verlängerte per Kopf in die Mitte und Haller machte das 1:0. Hinten abräumen, vorne für Höhepunkte sorgen – das ist die Job-Beschreibung von Mascarell. Willkommen zurück.

Kurze Pause, viele Änderungen

Die Rückkehr des Spaniers war nicht die einzige Veränderung bei der Eintracht. David Abraham und Ante Rebic fehlten verletzt beziehungsweise krank, dafür fand sich neben Mascarell auch Branimir Hrgota (Gesamturteil: durchwachsen) in der Startelf wieder. Jetro Willems durfte sich das Spiel dagegen von einem kalten Stadionsitz anschauen. Für ihn begann überraschend Chandler als linker Außenverteidiger. Und der Timothy? Der schüttelte sich einmal ("Ist halt auf der anderen Seite, da muss man sich bisschen umstellen") und machte dann das, was er immer macht: Ackern, beißen, Tore vorbereiten. Nur halt dieses Mal auf links.

Boateng – erst Boss, dann Pechvogel

Es war schon aus dem Trainingslager der Eintracht zu hören, nun war es auf dem Rasen zu sehen: Der Prince ist mittlerweile der König in Frankfurt. Obwohl mit Makoto Hasebe und Mascarell zwei weitere Ballverteiler im Mittelfeld parkten, war Boateng der klare Boss. Mal verschleppte er das Tempo, um dann einen Diagonalpass auf die Flügel zu schlagen, mal beschleunigte er das Spiel mit einem Schritt oder einer Körpertäuschung. Fehlerfrei war sein Auftritt trotzdem nicht. Denn als der 30-Jährige nach der Pause in den Sturm beordert wurde, verpasste er mehrfach den Siegtreffer. Erst unglücklich bei einem Querpass von Danny da Costa, dann ungeschickt mit einem grauenvollen Zuspiel auf Haller. Danach stand Boateng erst einmal einige Sekunden ungläubig da und starrte ins Leere. Das Sinnbild für die schwache Frankfurter Chancenverwertung, am Ende der Grund für zwei verlorene Punkte.