Marc Stendera
Marc Stendera Bild © Imago

Unter Niko Kovac hatte Marc Stendera einen schweren Stand. Während der Sommervorbereitung geht es für den Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt mehr denn je um die sportliche Zukunft.

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Eintracht Frankfurt ist im WM-Fieber. Oder besser gesagt: im Ante-Rebic-Fieber. Das Rudelgucken zum Halbfinale zwischen Kroatien und England, bei dem sich Teamkollege Rebic mit seinen kroatischen Landsleuten für das Endspiel qualifizierte, gehörte am Mittwoch ebenso zum Tagesablauf wie das Mittagessen oder die beiden Einheiten im Trainingslager in den USA. Was, wenn Pokalheld Rebic jetzt auch noch Weltmeister wird? "Dann hat er das geschafft, wovon jeder träumt", entgegnet Marc Stendera im Gespräch mit dem hr-sport. "Wovon große Spieler träumen, die es noch nicht geschafft haben."

Für Stendera persönlich geht es in Übersee aber um einiges mehr als bloß um Fußballgucken oder ein paar Trainingseinheiten. Der 22-Jährige will und muss die Sommervorbereitung nutzen, um den sportlichen Anschluss an die Mannschaft wiederherzustellen. Dabei könnte auch der Trainerwechsel ein entscheidender Faktor sein.

Unter Niko Kovac spielte Stendera am Ende der vergangenen Saison praktisch keine Rolle mehr, unter Adi Hütter bietet sich ihm eine neue Chance. Die Erfahrungen der Rückrunde, in der er in 17 Bundesligapartien nur 21 Einsatzminuten bekam und ganze 14 Mal nicht im Kader stand, sollen sich nicht wiederholen. In den Gedanken der Verantwortlichen kommt deshalb auch eine Ausleihe des Mittelfeldspielers vor, wie Sportdirektor Bruno Hübner kürzlich im kicker verriet.

Voller Fokus auf die Eintracht

"Momentan bin ich ja noch hier", antwortet Stendera selbst auf die Frage, wie er seine Zukunft sieht. Momentan? Das klingt ein bisschen nach Abschied. "Das habe ich nicht gesagt", stellt er klar. "Ich trainiere hier mit, wenn ich woanders wäre, wäre ich ja schon weg. Ich konzentriere mich auf Eintracht Frankfurt. Alles, was sonst geschrieben oder erzählt wird, interessiert mich nicht. Was dann passiert, wird sich in Zukunft herausstellen." Stenderas Plan: sich vor allem in den Testspielen wie neulich gegen Real Salt Lake (1:1) zeigen und "100 Prozent abrufen".

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Dass sich der frühere U-Nationalspieler unbedingt bei der Eintracht durchbeißen will, hat einen ebenso einfachen wie nachvollziehbaren Grund. "Ich bin hier groß geworden", erinnert er an seinen Lebenslauf, in dem Frankfurt den größten Raum einnimmt. 2010 wechselte der gebürtige Kasseler aus der Jugend des OSC Vellmar in die U17 der Eintracht, drei Jahre später feierte er in der heimischen Arena sein Bundesligadebüt.

Kurzum: Fußballerisch ist Stendera Hesse, genauer gesagt Frankfurter durch und durch. "Ich muss mich nicht verstecken und ich laufe auch nicht vor irgendwelchen Dingen davon", sagt er deshalb selbstbewusst. Und man kann seine Worte durchaus als Kampfansage an einen Neuzugang wie Lucas Torró interpretieren, der mit vielen Vorschusslorbeeren gestartet ist.

Noch kein Einzelgespräch

In den ersten Einheiten unter Neu-Trainer Hütter, so hat es Stendera festgestellt, sei bereits "ordentlich Pfeffer drin" gewesen. "Ich glaube, dass auch er sehr verbissen ist", beschreibt der 22-Jährige seinen neuen Übungsleiter im Vergleich zu Kovac. "Er will im Training sehr viel Ernsthaftigkeit haben, aber dass auch eine Mischung Spaß dabei ist." Ein Einzelgespräch mit Hütter, in dem der Coach jeden seiner Akteure persönlich kennenlernen will, hatte Stendera noch nicht. Wenn das Ante-Rebic-Fieber abgeklungen ist, sollte dafür aber mal Zeit sein.