Kovac und Abraham klatschen sich ab.
Vier Fäuste für ein Pokal-Halleluja: Eintracht-Trainer Niko Kovac (li.) und Kapitän David Abraham Bild © Rhode/Storch

Belastet das Thema Niko Kovac die Profis der Frankfurter Eintracht? Keeper Lukas Hradecky ist sich nicht sicher, Verteidiger David Abraham spricht Klartext – und will sich dabei nicht als Kapitän verstanden wissen.

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Tut sie's oder tut sie's nicht? Die Frage, ob die Causa Niko Kovac einen Einfluss auf Leistung und Ergebnisse der Frankfurter Eintracht hat, beschäftigt in diesen Tagen Fans und Experten gleichermaßen. Zu wertvoll sind die greifbaren Ziele, die für die Hessen rund einen Monat vor Saisonende in Bundesliga und DFB-Pokal auf dem Spiel stehen. "Wir haben viele wichtige Spiele in den nächsten Wochen und wir haben uns zuletzt sehr viel erarbeitet", hatte deshalb auch Sportvorstand Fredi Bobic gesagt, nachdem der Wechsel von Trainer Kovac zum FC Bayern am Freitag offiziell bekannt geworden war.

Einen ersten Eindruck, dass das Theater um die Art und Weise des Abschieds einen Einfluss haben könnte, konnte man nur 24 Stunden später bekommen. Beim 1:4 in Leverkusen präsentierte sich die Eintracht am Samstag zunächst zwar eine Halbzeit lang geschlossen und taktisch gut eingestellt, nach dem Seitenwechsel aber brach sie regelrecht ein und kassierte in nur 17 Minuten drei Gegentore – alle durch Kevin Volland.

Abraham schreitet voran

"Es ist natürlich eine komische Woche gewesen", sagte Torhüter Lukas Hradecky hinterher. "Der neue Torwart kam, jetzt kommt auch noch ein neuer Trainer. Es ist viel passiert in kürzester Zeit. Vielleicht hatte das Einfluss auf unser Spiel, vielleicht auch nicht. Ich weiß es nicht." Ehrliche Unentschlossenheit unmittelbar nach dem Abpfiff. Eindeutigere Worte gab es – mit dem Abstand von zwei Nächten Schlaf – von Mitspieler David Abraham.

Der Eintracht-Kapitän ging am Montag voran und stellte sich vor die versammelte Presse. In erster Linie, um das Umfeld des Vereins auf das Pokal-Highlight gegen Schalke ("Ein ganz wichtiges Spiel für uns") einzustimmen. Um das brennende Thema dieser Tage kam aber auch der Argentinier nicht herum. "Wir gehen damit professionell um und akzeptieren seine Entscheidung", antwortete er auf die Frage, wie es nach der Meldung über Kovacs Wechsel zum Rekordmeister um die Stimmung in der Mannschaft bestellt sei.

"Das muss ich nicht als Kapitän sagen"

Allen Befürchtungen, das Kovac-Beben würde fortan auch Auswirkungen auf die Performance der Frankfurter Profis haben, erteilte der Spielführer eine Absage. "Die Mannschaft hat darüber gesprochen, diese Entscheidung liegt aber außerhalb unseres Machtbereiches. Es ist normal, dass über das Thema gesprochen wurde", sagte Abraham. "Trotzdem ist die Kabine sehr gelassen. Und um das noch einmal klar zu sagen: Der Einfluss auf unsere Leistungsstärke ist nicht existent. Das muss ich nicht als Kapitän sagen, das ist einfach so." Tut sie's oder tut sie's nicht? Geht es nach David Abraham, tut sie's nicht.