Eintracht Frankfurt
Jubelt die Eintracht im neuen Jahr einfach weiter? Bild © picture-alliance/dpa

Nach einer sehr ordentlichen Hinrunde kann Eintracht Frankfurt heimlich auf die Europacup-Plätze schielen. Wäre da nicht der Rückrunden-Fluch, der die Hessen schon mehrfach getroffen hat. Der Teamcheck.

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So lief die Hinrunde

Sieben Siege, 26 Punkte und Tabellenrang acht nach 17 Spieltagen – die Eintracht hat, wie schon des Öfteren in den vergangenen Jahren, eine mehr als ordentliche Hinrunde abgeliefert. Zu den Höhepunkten zählten unter anderem der 1:0-Auswärtssieg in Mönchengladbach am dritten Spieltag und das 2:2 gegen den Vorjahres-Dritten Dortmund am neunten Spieltag. Hinzu kommt der Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals.

Gegen Rekordmeister FC Bayern gab es Mitte Dezember zwar eine 0:1-Niederlage, aus Sicht der Hessen war es dennoch die mitunter beste Saisonleistung. Bemerkenswert: Während die Frankfurter erst zwei von acht Heimspielen gewinnen konnten, liegen sie in der Auswärtstabelle auf dem zweiten Platz – und damit dort nur einen Punkt hinter München. 

Wer kommt, wer geht?

Die Transferaktivitäten der Eintracht halten sich bislang in Grenzen. Zugänge gibt es (noch) keine, und auch auf der Liste der Abgänge ist mit Andersson Ordóñez erst ein Eintrag zu finden. Der Abwehrspieler kehrt zunächst auf Leihbasis für eineinhalb Jahre in seine ecuadorianische Heimat zurück. Sein neuer Verein, LDU Quito, besitzt zudem eine Kaufoption. Auch die Reservisten Slobodan Medojevic und Yanni Regäsel könnten bei entsprechenden Angeboten gehen. Verstärkt hat sich die Eintracht dennoch – und zwar in Form eines sogenannten "technischen Direktors Nachwuchsleistungszentrum und Profis".

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Marco Pezzaiuoli, im Jahr 2011 für rund drei Monate Cheftrainer der TSG Hoffenheim, soll die Verzahnung zwischen Jugend- und Profibereich vorantreiben sowie professionalisieren. Dass noch ein neuer Spieler zu den Hessen stößt, ist aber nicht ausgeschlossen. "Ich kann nicht kategorisch sagen: Wir holen keine Spieler. Es kann sein, dass sich noch jemand verletzt – und dann werden wir auch reagieren", sagt Sportvorstand Fredi Bobic.  

Was ist sonst noch passiert in der Winterpause?

Das Thema, das seit Tagen die Schlagzeilen rund um den Verein bestimmt, ist politischer und nicht sportlicher Natur. Zwei Landessprecher der AfD Hessen haben am Mittwoch Strafanzeige gegen Eintracht Frankfurts Präsidenten Peter Fischer wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gestellt. Vorausgegangen war ein öffentlicher Schlagabtausch zwischen dem langjährigen Vereinsoberhaupt und der Partei. Fischer hatte unter anderem der gesagt: "Es verträgt sich nicht mit unserer Satzung, AfD zu wählen."

Nach der Anzeige stärkte Aufsichtsrats-Chef Wolfgang Steubing Fischer am hr-Mikro den Rücken: "Eintracht Frankfurt steht für Fairness, ein sympathisches Miteinander, Toleranz und gegen Antisemitismus sowie Rassismus. Peter Fischer hat sein Herz am rechten Fleck. Wenn einem das nicht in den Kram passt, kann ich das nicht nachvollziehen." Fischer selbst will sich bis zur Mitgliederversammlung am 28. Januar nicht mehr über das Thema äußern.

Der Trainer 

Niko Kovac ist für viele der Vater des sportlichen Aufschwungs, den die Eintracht seit seinem Amtsantritt vor rund zwei Jahren erlebt. Klassenerhalt in der Relegation, Pokalfinale, professionelle Strukturen – all das beschert dem Ex-Profi bis heute immer wieder neue Sympathien. Im Trainingslager in der Nähe von Alicante (Spanien) arbeitet Kovac in diesen Tagen mit seinem Team intensiv an taktischen Dingen. Sein Credo seit jeher: Erst wenn die magische 40-Punkte-Marke geknackt und der Klassenerhalt sicher eingetütet ist, sind Gedankenspiele über eine Platzierung in höheren Tabellenregionen erlaubt.

Erwartungen an die Rückrunde

Ganz klar: Im Jahr 2018 soll der Rückrunden-Fluch die Frankfurter nicht wieder einholen. Schon beim Abstieg 2011 gab es in der zweiten Saisonhälfte einen Total-Absturz und auch vergangene Saison glänzte die Eintracht in der Rückrunde nicht. Binnen 17 Spieltagen rutschten die Hessen vom zwischenzeitlich dritten auf den elften Platz ab. Kovac und seine Mannschaft hatten es damals nicht geschafft, die Leistungen einer furiosen Hinrunde in die zweite Hälfte der Saison zu transportieren.

Viele Fans haben mit diesem Kapitel aber längst abgeschlossen. Ob die Eintracht auch in diesem Jahr noch einmal ernsthaft in den Abstiegskampf geraten kann? Das hält ein Großteil der Anhänger für ausgeschlossen. Und auch Sportvorstand Fredi Bobic gibt sich in dieser Hinsicht betont entspannt: "Es sind ja gar nicht mehr so viele da vom letzten Jahr, es können also gar nicht so viele mitreden."