Finanzvorstand Oliver Frankenbach hat die Zahlen aus der Eintracht-Saison 2017/18 präsentiert.
Eintracht-Finanzvorstand Oliver Frankenbach hat Einblick in die finanzielle Situation gewährt. Bild © Imago

Der sportliche Erfolg treibt den Umsatz der Eintracht in Rekordhöhen. Finanzboss Oliver Frankenbach gewährte am Donnerstag Einblick in die Zahlen – und überraschte mit dem Lizenzspieleretat und den Transferausgaben.

Oliver Frankenbach ist bei Eintracht Frankfurt der Meister der Zahlen. Der Finanzvorstand legte am Donnerstag die neueste wirtschaftliche Entwicklung des DFB-Pokalsiegers offen und erwartet in Zukunft weitere Steigerungen. Hier sind die wichtigsten Kennzahlen der Saison 2017/18.

  • Umsatz

Die Eintracht hat einen Rekordumsatz in Höhe von 140 Millionen Euro erwirtschaftet. Dieser setzt sich aus den Posten TV-Gelder (53,9 Millionen), Vermarktung (37,8 Millionen), Spielbetrieb (20,1 Millionen), Transfererlöse (12,8 Millionen), Merchandising (9,8 Millionen) und "Sonstiges" (5,6 Millionen) zusammen. Allein der Sieg im nationalen Pokal brachte dem Club 14,5 Millionen ein.

  • Etat

Der Spieleretat ist nach der erfolgreichen Saison deutlich angestiegen. Im Vergleich zur abgelaufenen Spielzeit (38,2 Millionen Euro) musste die Eintracht im vergangenen Jahr 51,4 Millionen aufwenden. Die Steigerung von 13,2 Millionen hängt mit der erhöhten Prämienausschüttung zusammen. Der Erfolg im DFB-Pokal und die damit verbundene Europa- League-Qualifikation kosten.

  • Transfers

Beim Blick auf die Neuzugänge der Vorsaison überraschte Frankenbach. Die bislang geschätzte Summe in Höhe von rund 20 Millionen Euro lag deutlich höher. Die Eintracht investierte 29,7 Millionen Euro in Sebastien Haller, Jetro Willems und Co. Neben der reinen Ablösesumme fließen Beraterhonorare in diese Rechnung mit ein. Frankenbach prognostizierte, dass dieser Betrag auch in der kommenden Spielzeit erreicht wird.

  • Eigenkapital

Die Eintracht Frankfurt Fußball AG konnte das Eigenkapital um 16 Millionen Euro auf 29,1 Millionen Euro erhöhen. Ein Großteil der Kapitalerhöhung stützt sich auf eine Umstrukturierung im April. Der Kreis der Gesellschafter setzt sich seitdem aus der Eintracht Frankfurt e.V. (67,88 Prozent), Freunde der Eintracht Frankfurt AG (10 Prozent), Wolfgang Steubing AG (3,57 Prozent) und dem neuen Aktionär Freunde des Adlers GmbH (18,55 Prozent) zusammen.

  • Infrastrukturelle Entwicklung

Die wirtschaftliche Stabilität erlaubt es der Eintracht, in die Infrastruktur zu investieren. Die Kosten für den Bau der Geschäftsstelle für die Profimannschaft und Verwaltung werden mit 30 bis 35 Millionen Euro geschätzt. Zudem wollen die Frankfurter das Stadion digital modernisieren und in naher Zukunft die Kapazität erhöhen.

  • Rebic-Verkauf

"Das sportliche Ziel steht über den Finanzen", stellte Frankenbach klar. Wenn Sportvorstand Fredi Bobic Angreifer Ante Rebic halten wolle, "dann müssen wir nicht über einen Verkauf reden.“ Sollte allerdings eine "Summe X" erreicht werden, "dann müssen wir das wohl annehmen." Allerdings dürfe nicht außer Acht gelassen werden, dass die Eintracht bei einem Rebic-Verkauf "Qualität" verlieren würde. Bobic, zeigte sich der Finanzvorstand aber überzeugt, habe "sicherlich schon Ersatzspieler im Kopf." Rebic steht noch bis 2021 bei der Eintracht unter Vertrag.

Sendung: hr-iNFO, 12.07.2018, 13 Uhr