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Aus Angst vor Ausschreitungen wollte die Stadt Darmstadt im April 2016 keine Eintracht-Fans in die Stadt lassen. Bild © picture-alliance/dpa

Ina Kobuschinski, Vorsitzende des Eintracht-Fanclubverbands, klagt gegen die Stadt Darmstadt. Schon wieder. 2016 erstritt sie sich das Recht, trotz "Stadtverbot" zum Auswärtsspiel bei Darmstadt 98 zu reisen. Nun soll die Kommune ihre Anwaltskosten von damals bezahlen.

Auch mehr als eineinhalb Jahre nach dem denkwürdigen Spiel der Frankfurter Eintracht beim SV Darmstadt 98 (30. April 2016) sind die Nachwehen der Partie noch zu spüren. Zwar nicht sportlich, aber politisch. Die Stadt Darmstadt hatte damals alle Eintracht-Fans mit einem "Aufenthaltsverbot für die erweiterte Darmstädter Innenstadt" belegt. Rund 300 Anhänger wehrten sich gerichtlich und bekamen Recht. Auf den Anwaltskosten von damals blieben die Frankfurt bis heute sitzen. Ina Kobuschinski möchte das nun ändern.

299 weitere Klagen könnten folgen

Die Vorsitzende des Eintracht-Fanclubverbands hat die Stadt Darmstadt auf ihre Kosten in Höhe von 400 Euro verklagt. Das sagte Kobuschinski dem hr-sport und bestätigte damit einen entsprechenden . "Wir machen das, weil die Stadt so widerrechtlich gehandelt hat, weil das so ein absurdes Konstrukt ist, dass wir da noch mal nachhaken", sagte sie im stellvertretend für sich und ihre Anwältin, Waltraut Verleih.

Kobuschinski malt sich gute Chancen aus, erneut Recht zu bekommen. Sollte das der Fall sein, werden auch die anderen 299 betroffenen Fans eingreifen. "Die sind genauso klagewillig wie ich", so Kobuschinski. Geht man davon aus, dass die Anwaltskosten aller Betroffenen in etwa gleich hoch sind, drohen der Stadt Mehrkosten in Höhe von rund 120.000 Euro.

Kaum Auskunft von der Stadt

Gegen das Stadtverbot hatten zunächst nur sechs Fans geklagt. Wäre die Kommune diesen sechs entgegengekommen, wäre sie mit Kosten in Höhe von "ein paar Tausend Euro" aus der Sache herausgekommen, so die Fanclubverband-Vorsitzende. "Aber die Stadt hat auf stur geschaltet."

In Darmstadt selbst geht man mit der ersten Klage relativ entspannt um. "Nach der Rechtsauffassung der Stadt ist die Klage unzulässig und unbegründet", sagte ein Magistrats-Sprecher der FR. Weil es sich um ein laufendes Verfahren handele, könne er keine weiteren Angaben machen.

"Noch andere Sachen anhängig"

Auch Kobuschinski verriet nicht alle Details zu ihrer Klage. Sie deutete aber an, dass es in dem neuen Rechtsstreit nicht nur um die Anwaltskosten alleine geht. "Da sind noch andere Sachen anhängig", sagte sie dem hr-sport. "Das wird aber erst im Januar oder Februar öffentlich gemacht."