Eintracht-Abwehrchef David Abraham dirigiert seine Nebenleute
Er ist wieder da: David Abraham könnte gegen RB Leipzig sein Comeback feiern. Bild © Imago

Zwei Monate konnte David Abraham nur Fahrrad fahren, jetzt steht der Eintracht-Kapitän vor der Rückkehr in den Frankfurter Kader. Der umstrittene Anstoß am Montagabend kommt dem Abwehrchef dabei sehr gelegen.

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Es gibt bei Eintracht Frankfurt tatsächlich einen Menschen, der sich bedingungslos über die umstrittene Anstoßzeit am Montagabend (20.30 Uhr) gegen RB Leipzig freut. Während die Fans einen Stimmungsboykott ankündigen, die Sponsoren alles andere als erfreut sind und selbst Vorstand Axel Hellmann dem DFL-Projekt "keine große Zukunft" bescheinigt, kommt für David Abraham die Ausweitung des Spieltags gerade recht. "Es ist gut, dass ich jetzt noch vier bis fünf Tage Zeit habe, um weiter hart zu trainieren", sagte der Abwehrchef nach seinem Comeback im Mannschaftstraining am Mittwoch.

Verhängnisvoller Zweikampf in Hamburg

Nach knapp zwei Monaten auf dem Ergometer und im Reharaum bringt Abraham jede Einheit im Kreise seiner Mitspieler einen Schritt näher in Richtung Bundesliga-Rückkehr. Die körperliche Fitness ist dank mehrerer hundert Kilometer im Sattel wieder da, an der Feinjustierung im Umgang mit Gegenspieler und Ball muss der Eintracht-Kapitän jedoch noch arbeiten. "Das ist innerhalb von drei, vier Tagen wieder drin." Ein Anstoß am Samstag um 15.30 Uhr käme demnach zu früh, für den Montagabend könnte es aber reichen. "Ich fühle mich topfit, bin absolut in Form."

Abraham hatte letztmals am 12. Dezember beim Frankfurter Gastspiel in Hamburg (2:1) für knappe acht Minuten auf dem Platz gestanden. Nach einem Zweikampf mit Filip Kostic und einem unbeabsichtigten Tritt in die Wade war Schluss. Diagnose: Hämatom am Wadenbein. Klingt erst einmal nicht dramatisch, zog sich aber hin. Nach anfänglichen Hoffnungen auf eine Verletzungspause von wenigen Tagen, zwang eine Einblutung im Knochen Abraham schon beim Trainingslager in Spanien zum Zuschauen. Letztlich verpasste er ganze achte Pflichtspiele. "Das waren harte Wochen, jetzt bin ich körperlich aber wieder hergestellt."

Sprinter Abraham gegen die Leipziger Pfeile

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In Abwesenheit des Defensiv-Organisators, der in der Hinrunde als unersetzbar galt, ist die Eintracht in der Bundesliga auf Platz vier und im DFB-Pokal ins Halbfinale gestürmt. Abrahams Rolle in der Mitte der Dreierkette nahm Makoto Hasebe ein, an seiner Seite standen abwechselnd Simon Falette, Carlos Salcedo oder Marco Russ ihren Mann. "Ich kehre in eine funktionierende Mannschaft zurück", lobte Abraham. Wirklich vermisst wurde der Abwehrboss dementsprechend nicht, sein Comeback würde der Eintracht aber dennoch extrem guttun und zu einem weiteren Qualitätsschub verhelfen.

Mit seiner Schnelligkeit und Übersicht kann Abraham sowohl in der Zentrale als auch auf den beiden Halbpositionen spielen. Gegen die schnellen Leipziger Spitzen um Nationalstürmer Timo Werner wäre ein Abraham in Topform definitiv gesetzt. Trainer Niko Kovac, der bereits in der Vorwoche auf die Rückkehr seines Spielführers im Topspiel gegen RB spekuliert hatte, wird in den kommenden Trainingseinheiten genau hinsehen. "Ich stehe dem Trainer wieder zur Verfügung. Jetzt muss er entscheiden, ob er mich einsetzt", warb Abraham für sich. Zum Glück für Kovac hat er dieses Mal ja ein paar Tage länger Zeit, um über seine Aufstellung nachzudenken.