Peter Fischer auf dem Balkon des Frankfurter Römer
Peter Fischer in seinem Element: Pflege der Eintracht-Familie. Bild © picture-alliance/dpa

Peter Fischer hat auch nach rund 18 Jahren als Präsident der Eintracht noch lange nicht genug. Der Mitglieder-Boom soll weitergehen, die Profi-Mannschaft mehr Frankfurter Einfluss bekommen.

Als Peter Fischer erstmals Präsident von Eintracht Frankfurt wurde, wirbelte im Mittelfeld  Horst Heldt an der Seite von Rolf-Christel Guié-Mien, für die Tore sorgten Bachirou Salou und Jan-Aage Fjörtoft. Mit Jermaine Jones und Christoph Preuß klopften zwei große Talente an die Profi-Tür. Mehr als 17 Jahre später haben sich die damaligen Spieler einmal komplett über den Globus verteilt und teilweise in den Ruhestand verabschiedet. Nur Fischer ist immer noch da.

Wie die Bild am Mittwoch berichtete, wird er sich im Januar zum insgesamt sechsten Mal zur Wahl stellen, Zweifel an einer erneuten Amtszeit gibt es nicht. "Ich erfahre viel positives Feedback aus der Eintracht-Familie", sagte Fischer im Gespräch mit dem hr-sport. "Das ist meine größte Motivation."

Ein Peter Fischer braucht keine Pause

Auch nach drei Abstiegen und ebenso vielen Wiederaufstiegen sowie zwei verlorenen DFB-Pokal-Endspielen ist von Amtsmüdigkeit bei Fischer nichts zu spüren. Rente oder langsames Ausgleiten in Altersteilzeit? Undenkbar. "Ich möchte noch Vieles vorantreiben", so der 61-Jährige, der sich vor allem die Vergrößerung der Frankfurter Sport-Gemeinde und die weitere Verschmelzung von Profis und Jugendarbeit auf die Fahne geschrieben hat. Mehr Mitglieder, mehr Wachstum, mehr Erfolg.

Als Fischer im August 2000 erstmals auf dem Präsidenten-Stuhl Platz nahm, musste er sich um die Belange von gerade einmal knapp 5.000 Mitgliedern kümmern. Ein Verein auf Augenhöhe mit dem Frankfurter Nachbarn TG Bornheim, vom heutigen Boom war am beschaulichen Riederwald noch rein gar nichts zu spüren. Inzwischen hat sich das geändert und die Mitgliedszahl fast verzehnfacht. Lediglich sieben Bundesliga-Vereine müssen in der derzeitigen Adventszeit mehr Weihnachtskarten verschicken als die Eintracht. "Wir erfahren aktuell einen großen Zuspruch."

Die 50.000er-Marke soll fallen

Nach bislang exakt 47.112 Vereins-Anmeldungen – darunter rund 7.000 Junior Adler – sollen auch dank der fast schon traditionellen Werbeaktionen rund um Heiligabend bald die nächste magische Grenze geknackt werden. "Die Möglichkeit, die Mitgliedschaft bei Eintracht Frankfurt zu verschenken, existiert seit zwei Jahren", so Fischer, der auf der Mitgliederversammlung am 28. Januar  zunächst gerne im Amt bestätigt werden und im Anschluss ein großes Mitglieder-Jubiläum feiern würde. "Für das Jahr 2018 ist die Marke von 50.000 unser Ziel."

Damit diese in insgesamt 18 Abteilungen verteilten Menschen künftig nach der  Silbermedaille von Siebenkämpferin Carolin Schäfer oder der deutschen Marathon-Meisterschaft von Katharina Heinig auch mal wieder im Fußball große Erfolge bejubeln dürfen, legt sich Fischer vor allem in dieser Sportart mächtig ins Zeug. Die unter Sportvorstand Fredi Bobic und Trainer Niko Kovac angestoßene Verschmelzung zwischen Profis und Unterbau soll trotz fehlender U23 weiter vorangetrieben werden. "Die beiden Organisationen müssen untrennbar voneinander sein. Dafür stehe ich ein."

Für den Präsidenten nach Berlin

Der lange Zeit verwaiste Weg vom Nachwuchsleistungszentrum zum Trainingsgelände im Stadtwald soll in Zukunft deutlich öfter beschritten werden. Talente wie Aymen Barkok, Renat Dadashov oder der erst kürzlich zum Profi aufgestiegene Deji Beyreuther sollen nur der Anfang einer Jugendbewegung sein. "Unser Ziel ist es, im Durchschnitt zwei bis drei Jugendspieler pro Jahr an den Profifußball heranzuführen."

Auf Dauer soll dann eine Frankfurter Profimannschaft mit viel Frankfurter Einfluss den zahlreichen Mitglieder und dem Präsidenten viel Freude bereiten. Denn selbst nach 18 Jahren im Amt gibt es Dinge, die Fischer gerne noch einmal erleben würde: "Das Erreichen des DFB-Pokal-Finals wäre sicher noch mal ein schönes Erlebnis."

Sendung: hr-fernsehen, hr-heimspiel! am Samstag, 02.12.17, 17.15 Uhr