Ante Rebic beim Pokalfinale
Ante Rebic trägt auch künftig das Trikot der Eintracht. Bild © Imago

Zu einem besseren Zeitpunkt hätte Ante Rebic seinen Vertrag in Frankfurt nicht verlängern können. Kurz vor dem Saisonstart ist die gute Stimmung zurück, die Eintracht setzt auf und neben dem Rasen ein Zeichen.

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Als Ante Rebic am Mittwoch erstmals in dieser Saison auf dem Frankfurter Trainingsplatz stand, wirkte das fast etwas unreal. Ein Vizeweltmeister und Pokalfinal-Matchwinner im Kader der Eintracht, das konnte eigentlich nicht lange gutgehen. Niemand hätte es verwundert, wenn Rebic seine Rückkehr nach Hessen nur als Zwischenstopp und kurzen Plausch mit den Kollegen genutzt hätte. Hallo sagen, von der WM erzählen, Tschüss sagen, und dann auf in die große Fußballwelt. Doch dann kam alles anders.

Ein Meilenstein für die Eintracht

Obwohl es, wie alle Beteiligten am Freitag nach vorherigen Dementis bestätigten, reichlich Angebote für den 24 Jahre alten Stürmer gab, entschied sich Rebic vorerst gegen einen Neuanfang. Seinen Arbeitgeber hätte er sich aussuchen, sein Konto ordentlich anfüllen können. Alleine: Er tat es nicht. "Der Wohlfühlfaktor war mir wichtig. Die Stadt, die Fans – das passt einfach", sagte er, nachdem er seine Unterschrift unter einen neuen Vertrag bis 2022 gesetzt hatte. Ein Coup der Frankfurter Verantwortlichen und eine Überraschung mit Langzeiteffekt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Rebic seinen Vertrag tatsächlich erfüllen wird, kann zwar getrost als überschaubar beschrieben werden. Und nur mit guten Worten und einer schönen Altbauwohnung in Frankfurter Bestlage werden Sportvorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner ihren heiß begehrten Angestellten sicher nicht zum Bleiben überredet haben. Dass die Eintracht für einen Spieler dieser Kategorie inzwischen aber eine ernsthafte Alternative ist, ist definitiv bemerkenswert. "Für uns ist es ein Meilenstein, einen Spieler wie ihn zu halten", freute sich Bobic, der bewusst auf eine Rekordablöse verzichtete und die Qualität der Mannschaft stärkte.

Rebic kann links und ganz vorne

Die Eintracht streckte sich, das betonte Bobic, finanziell bis zum Maximum, um Rebic zu halten. Eine monetäre Kraftleistung, die sich zunächst gleich doppelt lohnt: Der bullige Außenstürmer ist sportlich ein absoluter Gewinn und passt in das System von Adi Hütter gleich an mehreren Stellen bestens rein, zudem ist die holprige Vorbereitung nun erst einmal vergessen. Der Supercup gegen die Bayern am Sonntag und der Saisonauftakt eine Woche später im DFB-Pokal können kommen. "Die Vertragsverlängerung von Ante Rebic ist ein ganz starkes Zeichen. Ein starkes Zeichen vom Verein, aber auch von Ante", kommentierte Trainer Hütter.

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Zwar darf bei allem Hype um Rebic nicht vergessen werden, dass seine Leistungen in den vergangenen zwei Jahren nicht immer konstant waren. Zwei Bundesliga-Tore in seiner ersten, sechs in seiner zweiten Saison bei der Eintracht sind von den Statistiken eines Topstürmers weit entfernt. Seine Auftritte im Pokalfinale und bei der WM haben aber gezeigt, wie groß das Potential des 24-Jährigen ist. "Ich freue mich darauf, mit ihm zu arbeiten", sagte Hütter, der in Rebic zumindest ein Puzzleteil für sein bevorzugtes und auf schnelles Umschaltspiel ausgelegtes 4-4-2-System gefunden hat.

Kann Rebic weitere Spieler locken?

Rebic könnte unter dem Österreicher entweder als Linksaußen auflaufen und gemeinsam mit Neuzugang Nicolai Müller eine Flügelzange bilden oder direkt in die Doppelspitze rücken und dort das freier Radikaler neben einem der Stoßstürmer agieren. Die Variations-Möglichkeiten mit Rebic, das ist unstrittig, sind größer geworden. Weitere Neuzugänge sollten aber folgen, vor allem Rebics "Bruda" Kevin-Prince Boateng konnte bislang noch nicht ersetzt werden.

Dass die Eintracht die Strahlkraft hat, Hochkaräter nach Hessen zu locken, ist spätestens seit Freitag klar. Der Deal mit Rebic ist ein weiterer Schritt in Richtung der Topteams. "Wir haben eine sehr gute Mannschaft", zeigte sich Rebic deshalb auch zuversichtlich. "Es wird sich mit Sicherheit jemand finden, der den Ball auch künftig für mich lang schlägt."