Fredi Bobic
Fredi Bobic ist "not amused", wenn seine Profis die richtige Einstellung vermissen lassen. Bild © Imago

Zum Start des Trainingslagers der Frankfurter Eintracht sorgen Spieler für Schlagzeilen, die gar nicht mit im Flieger Richtung Spanien saßen. Und einer, den bislang nur die Gerüchteküche mit der Gehaltsliste der Hessen in Verbindung gebracht hat.

Videobeitrag

Video

zum Video Hola Eintracht: Anreise und erstes Training

Ende des Videobeitrags

Wer Fredi Bobic in diesen Tagen ins Gesicht schaut, der erblickt unter Umständen zwei Dinge. Zum einen die Strahlen der Sonne Südostspaniens, zum anderen eine große Vorfreude auf das Fußball-Jahr 2018. Endlich vorbei die Zeiten, in denen sich der Sportvorstand von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt während der Feiertage "gefühlt 30 Premier-League- und Serie-A-Spiele" im Fernsehen angeschaut hat. Im Trainingslager an der Costa Blanca, knapp eine Autostunde südlich von Alicante, wollen die Hessen die Grundlagen für eine Rückrunde schaffen, die im Bestfall ähnlich erfolgreich verläuft wie die Hinrunde. 

Während Trainer Niko Kovac sein Team bereits in der ersten Einheit am Dienstagnachmittag knapp zwei Stunden lang in verschiedenen Spiel-, Taktik- und Übungsformen über den Rasen scheuchte, sprach Bobic an der Seitenlinie über zahlreiche Personalien des Eintracht-Kaders. Dabei ging es insbesondere um jene drei Profis, die die Reise in die rund 20 Grad warmen Gefilde nicht mit angetreten hatten: Slobodan Medojevic, Yanni Regäsel und Renat Dadashov. 

Denkzettel für Dadashov

Mittelfeldspieler Medojevic könne, das deutete Bobic an, den Club im Falle eines entsprechenden Angebotes noch in dieser Winterpause verlassen. "Er macht es ordentlich, aber der Konkurrenzkampf ist groß", umschrieb der Frankfurter Sportvorstand die Tatsache, dass Medojevic im Schatten von neuen Führungsspielern wie Kevin-Prince Boateng und trotz Vertragsverlängerung im vergangenen Sommer zu den Verlierern der Hinrunde zählte. "Ich halte ihn für einen hervorragenden Spieler, er hat das Trainingsniveau immer hochgehalten", sagte Bobic. "Aber die anderen sind einen Schritt weiter vorne." Ganz ähnlich verhalte es sich im Fall von Abwehrspieler Regäsel: "Der Junge muss spielen."

Videobeitrag

Video

zum Video Fredi Bobic zum Transfermarkt

Ende des Videobeitrags

Eher disziplinarischer, fast schon erzieherischer Natur wirkt hingegen der Grund für das Fehlen von Jung-Profi Dadashov. "Er bekommt ein bisschen was zu hören, was Professionalität bedeutet", leitete Bobic einen kurzen Monolog über den offenbar mangelhaften Fitnesszustand des 18-Jährigen nach dem Weihnachtspäuschen ein. "Es gibt Trainingspläne, wir können keinen durchschleppen, ärgerte sich Bobic. "Profi-Vertrag schön und gut – aber da gehört schon noch ein bisschen was dazu. Nicht nur den Vertrag unterschreiben, sondern auch wie ein Profi auftreten. Er wird aber nicht verschenkt, für sein Alter hat er außergewöhnliche Qualitäten."

Torunarigha? Kein Kommentar!

In Sachen Transfers schloss der Sportvorstand ein Aktivwerden der Eintracht in diesem Monat nicht aus. "Ich kann nicht kategorisch sagen: Wir holen keine Spieler", betonte Bobic. "Es kann sein, dass sich noch jemand verletzt – und dann werden wir auch reagieren." Das jüngste Gerücht vom Ende des Jahres 2017, wonach die Hessen an den Diensten des Berliner Innenverteidigers Jordan Torunarigha interessiert seien, ließ Bobic größtenteils unkommentiert. "Ich gehe auf gar keine Namen ein“, sagte er. "Ich rede über solche Spieler nicht, weil der Spieler hat einen Vertrag bei Hertha BSC. Außerdem macht es keinen Sinn, aktuell darüber zu reden, weil wir in der Hinterverteidigung gut aufgestellt sind."