Niko Kovac und Bruno Hübner
Eintracht-Trainer Niko Kovac (l.) und Sportdirektor Bruno Hübner. Bild © Imago

Trainer Niko Kovac zeigt Abwehrkräfte, Sportdirektor Bruno Hübner versucht sich als Hobby-Doktor und Ex-Torhüter Kevin Trapp verleitet zum Träumen: Die Frankfurter Eintracht ist für den Rückrundenstart gerüstet.

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Das nennt man dann wohl eine Blitzheilung. Einen Tag nach seiner Krankmeldung wegen Magen-Darm-Problemen kehrte Niko Kovac am Donnerstag auf den Trainingsplatz der Frankfurter Eintracht zurück. "Hochmotiviert" habe der Coach wieder zur Verfügung gestanden, konnte Sportdirektor Bruno Hübner als Beobachter der zu großen Teilen geheimen Übungseinheit berichten. "Entweder hatte er etwas Verkehrtes gegessen oder einen leichten Virus gehabt", wagte der Manager gar eine vorsichtige Ferndiagnose. Sei es drum.

Gute Vorsätze gegen Freiburg

Die Hessen gehen als Tabellenachter kerngesund in die am Samstag (15.30 Uhr) gegen den SC Freiburg startende Rückrunde der Fußball-Bundesliga. Auch bei den noch angeschlagenen David Abraham (Wadenprobleme) und Ante Rebic (Erkältung) hofft man auf eine rechtzeitige Genesung. "Es wird knapp, aber wir gehen davon aus, dass es vielleicht klappen könnte", sagte Hobby-Doktor Hübner zu den Einsatzchancen der beiden Stammkräfte.

Bei den Frankfurtern weiß man nach der kurzen Winterpause um die Bedeutung des Jahresauftakts. Die guten Vorsätze sind klar: Ein Sieg gegen die Breisgauer soll sowohl die Angst vor einer Heimkrise wie zugleich das Schreckensszenario eines neuerlichen Rückrunden-Absturzes schnellstmöglich beiseite wischen. Zugleich wären drei Punkte – je nach Sichtweise – als weitere Absicherung nach hinten oder  Kampfansage in Richtung Europa zu werten.

Träumen von Trapp

"Wir wollen eine ähnlich gute Rolle spielen wie in der Vorrunde", sagte Hübner zu den Ambitionen. Die offizielle Marschroute lautet daher: Erst die obligatorischen 40 Punkte sammeln, dann schaut man weiter. "Wir sind realistisch, aber die Fans und alle im Umfeld dürfen träumen", so der 56-Jährige.

Leise geträumt wird bei den Club-Verantwortlichen zumindest von Torhüter Kevin Trapp. "Ich habe gesagt, dass Kontakt besteht", bekräftigte Hübner das Interesse am 27-Jährigen von Paris St. Germain. Trapp, der zwischen 2012 und 2015 das Eintracht-Tor gehütet hatte, könnte auf seinen direkten Nachfolger Lukas Hradecky folgen, dessen ablösefreier Abgang im Sommer wohl beschlossene Sache ist.

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"Kevin Trapp ist ein Name, der uns allen gefällt", schwärmte Hübner, wohlwissend, dass ein Transfer nicht nur einen Haken hat: Neben dem kaum zu stemmenden finanziellen Paket würde der in Paris zum Reservisten degradierte Trapp die Franzosen am liebsten schon in der Winterpause verlassen, um seine Chancen als deutsche Nummer drei für die WM in Russland zu wahren. Die Eintracht würde wiederum einen Wechsel im Sommer präferieren. "Eher unrealistisch", heißt es daher von Hübner zu den Träumereien.

Noch keine Gespräche mit Kovac

Etwas einfacher könnten sich da die Gespräche mit Niko Kovac gestalten. Der heiß begehrte Trainer, der in Frankfurt noch einen Vertrag bis 2019 besitzt, soll möglichst langfristig gebunden werden. Nachdem Kovacs Berater Alen Augustincic zuletzt im Trainingslager der Hessen in Spanien aufgetaucht war, wurde bereits heftig über erste Verhandlungsrunden spekuliert. "Es war ein ganz normaler Prozess, dass er vorbeigeschaut hat", meinte Hübner, "aber es gab keine Vertragsgespräche." Doch aufgeschoben ist in diesem Fall sicher nicht aufgehoben. Und manchmal kann bei Kovac auch alles ganz schnell gehen.