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Wolfgang Steubing stärkt seinem Präsidenten den Rücken. Bild © Rhode/Storch

Nach einem tagelangen verbalen Schlagabtausch zwischen Peter Fischer und der AfD will der Präsident von Eintracht Frankfurt ab sofort schweigen. Dafür äußert sich Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing am hr-Mikrofon.

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zum Video Steubing: Eintracht Frankfurt steht für Toleranz

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Die nächste Runde im Streit zwischen Eintracht Frankfurt und der AfD: Während sich Präsident Peter Fischer offiziell einen Maulkorb verordnete, ergriff dafür sein Vereinskollege Wolfgang Steubing das Wort und stärkte ihm den Rücken. "Eintracht Frankfurt steht für Fairness, ein sympathisches Miteinander, Toleranz und gegen Antisemitismus sowie Rassismus", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende am Donnerstag in Alicante dem hr-sport. "Peter Fischer hat sein Herz am rechten Fleck. Wenn einem das nicht in den Kram passt, kann ich das nicht nachvollziehen."

Präsident Fischer will sich hingegen bis zur Mitgliederversammlung am 28. Januar nicht mehr äußern. Wie eine Sprecherin des Vereins gegenüber dem hr-sport am Mittwoch bestätigte, werde es vorerst keine Stellungnahmen mehr zu dem Thema geben. Fischer selbst, der von den Landessprechern der AfD Hessen wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung angezeigt wurde, sagte gegenüber der : "Das interessiert mich nicht."

AfD passt nicht zur Eintracht

Ausgelöst wurde die Kontroverse durch ein Interview in der FAZ, in dem Fischer gesagt hatte, dass es sich mit der Vereinssatzung der Eintracht nicht vertrage, AfD zu wählen. Eine Mannschaft mit Spielern aus 18 Nationalitäten und eine Partei, die für Aus- und Abgrenzung steht – das passe nicht. "Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der diese Partei wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt."

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Wolfgang Steubing

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Steubing: "Fischer hat sein Herz am rechten Fleck"

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Nach harscher Kritik aus der AfD hatte Fischer im Gespräch mit dem Hessischen Rundfunk nachgelegt und betont, in seiner Amtszeit würde es "keine Nazis bei Eintracht Frankfurt" geben. "Es gibt für die braune Brut keinen Platz“, betonte er und kündigte eine klare Kante gegen die Partei auf der Mitgliederversammlung Ende Januar an. "Ich schäme mich für 13 Prozent der Bevölkerung, die die AfD gewählt haben. Ich will ihnen keinen Millimeter Fläche geben."

Fischer rückt nicht von seiner Meinung ab

Nach diesen erneut sehr deutlichen Worten und der Anzeige hat sich Fischer nun aber selbst einen Maulkorb verordnet. Ihm sei klar gewesen, dass seine Worte einen großen Nachhall erfahren würden. "Dass sie jetzt selbst in den USA oder Spanien thematisiert werden, hätte ich aber nicht gedacht", zitiert ihn die FR. Die Frankfurter Presseabteilung habe schon etliche Interview- und Talkshowanfragen abblocken müssen. Die Reaktionen der AfD und ihrer Anhänger zeigten Fischer jedoch, dass es "eine hohe Notwendigkeit gab", eine klare Position zu beziehen: "Das ist der richtige Weg."

Für diesen Weg genießt Fischer weiterhin das volle Vertrauen von Steubing. "Er denkt manchmal laut, da muss man nicht so einen Aufstand machen."