dpa DFB-Bundestag
Am Freitag kommt der DFB-Bundestag zu einem außerordentlichen Treffen zusammen (Archivbild). Bild © picture-alliance/dpa

Der Neubau der DFB-Akademie, die Übergangslösung bei der Regionalliga-Reform und die Anpassung des Grundlagenvertags: Das sind die Themen beim DFB-Bundestag am Freitag.

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Was ist der DFB-Bundestag?

Der DFB-Bundestag ist das höchste Gremium des Deutschen Fußball-Bundes. Er wählt Präsidium sowie Vorstand und beschließt Satzungsänderungen. Der Bundestag tritt sowohl regelmäßig im Dreijahres-Rhythmus (ordentlicher Bundestag) als auch in dringenden Situationen kurzfristig (außerordentlicher Bundestag) zusammen. Im Falle des Bundestags in Frankfurt handelt es sich um einen außerordentlichen Bundestag, der wegen des Baus der DFB-Akademie in Frankfurt einberufen wurde. Die Neuregelung des Regionalliga-Aufstiegs kam später zusätzlich auf die Agenda.

Wie wird abgestimmt?

Der Bundestag in Frankfurt hat insgesamt 263 stimmberechtigte Delegierte. Vertreten sind der DFB-Vorstand, das Präsidium sowie die Vertreter der einzelnen Landesverbände. Der Hessische Landesverband entsendet elf Delegierte. Der Bundestag kann Satzungen und Ordnungen mit einfacher Mehrheit ändern. Satzungsänderungen, die den Ligaverband betreffen, benötigen aber eine Zweidrittelmehrheit. Die Regionalliga-Reform etwa gehört zu diesen schärfer regulierten Themen. Deshalb war eine Konsensfindung im Vorfeld auch noch wichtiger.

Welche Themen werden behandelt?

Manchmal sind DFB-Bundestage etwas für Verbands-Feinschmecker und manchmal stehen weitreichende Veränderungen an. Die Veranstaltung in der Frankfurter Messe zählt zur letzteren Kategorie. Mit der Reform des Regionalliga-Aufstiegs geht es um ein Thema, das Fußball-Fans in ganz Deutschland bewegt. Auch der Bau der DFB-Akademie und vor allem der deutlich gestiegene Preis birgt Konfliktpotenzial. Zudem geht es um den Grundlagenvertrag. Theoretisch könnten auch weitere Themen behandelt werden, denkbar wäre etwa eine Diskussion über das Fiasko um die Tests gegen die chinesische U20. Für eine solche Debatte bräuchte ein entsprechender Antrag aber eine Zweidrittelmehrheit.

Was passiert nun bei der Regionalliga-Reform?

Nach wochenlangen Verhandlungen und Gesprächen bis direkt vor dem Bundestag haben sich die Verantwortlichen der verschiedenen Landesverbände dann doch noch auf eine Übergangslösung einigen können. Ein entsprechender Änderungsantrag soll am Freitag gestellt werden und beinhaltet folgende Änderungen: In den kommenden beiden Spielzeiten gibt es vier Drittliga-Absteiger. Der Meister der Regionalliga Südwest erhält in beiden Jahren einen fixen Aufstiegsplatz. Der Nordost-Meister erhält dieses Privileg in der kommenden Saison, der dritte Platz wird zwischen den verbleibenden Ligen gelost. Wer übrig bleibt, spielt in einem Aufstiegsduell um den letzten Platz. Diese beiden Clubs erhalten im Gegenzug in der darauf folgenden Saison die gesicherten Aufstiegsplätze.

Wie geht es weiter?

Eine Zukunftslösung ist diese Rotation mit Losglück natürlich nicht. Daher soll eine Zukunftskommission unter der Leitung von DFB-Vize Peter Frymuth erarbeitet werden. Ziel dieser Neuregelung ist ein Modell mit nur noch vier Regionalligen – so der Stand heute. Damit würde das Modell zumindest in Hessen auf Zustimmung stoßen. Die lokalen Regionalligisten hatten sich unisono für eine Einigung nach dem Modell "Der Meister steigt auf" ausgesprochen. Auch der Hessische Fußballverband hält vier Ligen mit vier Aufsteigern für das "Wunschkonzept", wie HFV-Vizepräsident Torsten Becker im hr-heimspiel! sagte. Aber der Funktionär kennt die strukturellen Probleme und Befindlichkeiten aller Beteiligten: "Unter diesen Gesichtspunkten könnte es schwierig sein, das umzusetzen."

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