Lilien-Keeper Daniel Heuer Fernandes
An Daniel Heuer Fernandes liegt es nicht. Bild © Imago

Die Krise von Darmstadt 98 verschärft sich nach der Pleite in Aue immer mehr. Bei den Spielern macht sich zunehmend Ratlosigkeit breit, Trainer Torsten Frings ist bedient. Die Reaktionen im Überblick.

Der SV Darmstadt 98 steckt nach der 0:1-Niederlage im Kellerduell beim FC Erzgebirge Aue in einer tiefen Krise – und mittendrin im Zweitliga-Abstiegskampf. Wie es besser werden kann? Das weiß irgendwie niemand. Die Stimmen zum Spiel.

Torsten Frings: Ich bin wieder einmal sehr enttäuscht – über das Spiel und über meine Mannschaft. Wir kommen überhaupt nicht gut ins Spiel, fangen uns aber nach zehn Minuten und machen es besser. Dann schenken wir dem Gegner das Tor. Wenn wir so spielen, wird es schwer Spiele zu gewinnen. Wir müssen schleunigst dahin kommen, dass die Spieler wieder an sich glauben und alles für diesen Verein geben.

Daniel Heuer Fernandes: Es ist so bitter, dass wir den Fans so eine Leistung bieten. Die fahren mehrere hundert Kilometer hierher und wir können sie dafür nicht belohnen. Das tut sehr weh. Aber wir müssen jetzt weitermachen, einfach weitermachen. Reden hilft nichts. Dann kommen hoffentlich irgendwann die Siege.

Terrence Boyd am Boden
Terrence Boyd am Boden zerstört. Bild © Imago

Terrence Boyd: Es ist schwer, Worte zu finden. Wir wollten die Serie brechen, haben es aber wieder nicht geschafft. Wenn wir wüssten, woran es liegt, würden wir nicht solche Spiele abliefern. Es macht keinen Spaß momentan. Im Training ist alles gut, im Spiel schaffen wir es einfach nicht. Das Wetter war kein Nachteil, die spielen ja genauso im Schnee wie wir.

Tobias Kempe: Wir haben uns viel vorgenommen, geraten wieder in Rückstand und laufen dem dann hinterher. Es läuft einfach nicht. Wir haben alles versucht, aber wieder zu viele Torchancen zugelassen. Wir müssen gegen Fürth drei Punkte holen, sonst wird es ganz düster. Was wir gespielt haben, das geht einfach nicht. Das hat der Trainer auch knallhart angesprochen. Wir müssen das machen, was die Fans fordern: kämpfen, alles geben.

Dennis Kempe (Bruder von Tobias): Tobi und ich hatten ein paar gute Duelle. Ich muss ihn gleich mal ein bisschen trösten und in den Arm nehmen. Aber wir brauchen die drei Punkte genauso wie Darmstadt. Wir haben es heute gut gemacht, Darmstadt hat viel mit langen Bällen gearbeitet.

Dirk Schuster
Dirk Schuster in seiner Darmstädter Zeit. Bild © picture-alliance/dpa

Dirk Schuster (Ex-Trainer): Die Situation ist bedenklich und sehr gefährlich. Die Lilien sind gut beraten, langsam mal wieder zu punkten. Aue hat es Darmstadt zwar schwer gemacht, trotzdem darf es nicht sechs oder sieben Eins-zu-eins-Situationen gegen den Torwart geben. Erst ganz am Ende hat man gemerkt, dass sie wirklich wollen. Das ist einfach zu spät. Es ist bezeichnende, wenn der Keeper der mit Abstand beste Mann ist. Ich glaube aber, dass die Qualität da ist, um den Klassenerhalt zu schaffen.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am Samstag, 09.12.17., 17.15 Uhr