Romain Bregerie klärt hinter der Linie
Drin, aber kein Tor: Darmstadt 98 hat das Glück gepachtet. Bild © Imago

Glücklich, glücklicher, Darmstadt 98. Die Lilien bedanken sich nach dem Klassenerhalt beim Fußballgott und öffnen die ersten Kaltgetränke. Die Erleichterung ist riesig. Die Stimmen im Überblick.

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zum Video Lilien schaffen den Klassenerhalt - Darmstadt steht Kopf

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Darmstadt 98 profitiert gegen Erzgebirge Aue von zwei Fehlentscheidungen des Schiedsrichters und sichert sich dank eines unverdienten 1:0-Siegs den Klassenerhalt. Tobias Kempe erzielt den entscheidenden Treffer kurz vor Schluss, Aue muss in die Relegation.

Tobias Kempe: Es ist unfassbar. Dass wir das Tor gemacht haben, war sehr unverdient. Aber das ist mir jetzt auch scheißegal. Wir haben die Liga gehalten und das Spiel gewonnen. Wir können jetzt durchatmen, der ganze Druck fällt ab. Ich freue mich für den ganzen Verein und die Stadt Darmstadt, dass wir das geschafft haben. Der Druck war brutal, wir standen vor Anpfiff das erste Mal über dem Strich und hatten etwas zu verlieren. Das Glück war aber auf unserer Seite. Die Stimmung war unglaublich, die Fans haben uns 90 Minuten unterstützt. Wir haben ihnen den Klassenerhalt zu verdanken.

Darmstadts Kapitän Aytac Sulu
Aytac Sulu Bild © Imago

Aytac Sulu: Der Druck war unheimlich groß. Wir wollten dieses Finalspiel haben, das haben wir uns erarbeitet. Es war kein schönes Spiel, aber das ist zweitrangig wenn du so eine Partie bestreiten musst. Da schaust du, dass du das Spiel irgendwie über die Bühne bringst. Wir hatten dann Glück, der Ball zu Beginn war glaube ich über der Linie. Das haben wir uns – vorsichtig aufgedrückt – erarbeitet. Wir sollten die positiven Dinge aus der Rückrunde mitnehmen, einen Strich drunter setzen und in der nächsten Saison einen sauberen Start hinlegen.

Sandro Sirigu: Wir haben uns die Saison alle anders vorgestellt. Wir haben viele Spiele verloren, sind unten reingerutscht. Zum Glück haben wir dann eine passable Rückrunde gespielt und sind nach elf Spielen in Folge ohne Niederlage verdient dringeblieben. Wenn es um Auf- oder Abstieg geht, ist Tobias Kempe der richtige Mann. Er hat uns in der Liga gehalten. Jetzt haben wir noch bis Dienstagnachmittag Training, wie ich gerade erfahren habe. Das macht die Party-Planung natürlich komplizierter. Aber heute ist ein "Kaltmantelgeschoss", wie es der Trainer immer sagt, erlaubt.  

Romain Brégerie: (zum aberkannten Tor) Ich habe in dem Moment alles getan, um den Ball zu retten. Für die Schiedsrichter war es schwer zu sehen. Ich stand im Blickfeld und der Ball ist hinter mir am Pfosten. Das ist auch von dem Winkel schwer zu sehen, sie haben einen komplizierten Beruf. Manchmal entscheiden sie eine Situation für dich, dann gegen dich. Am Ende der Saison ist es ausgeglichen. Wir hatten oft genug kein Glück, aber das haben wir uns in den letzten Wochen erarbeitet.

Dirk Schuster (Trainer): Das Beste am Tag ist natürlich der Klassenerhalt, der Sieg ist eher ein Nebengeräusch. Ich denke, wir hatten heute ein kleines Kopfproblem, nachdem wir heute etwas verlieren konnten. Wir sind alle glücklich und froh, dass wir es geschafft haben. Aber ist ein Klassenerhalt mit zwei blauen Augen ein Grund zum Feiern? Ich glaube nicht.

Imago Fritsch
Rüdiger Fritsch Bild © Imago

Rüdiger Fritsch (Präsident Darmstadt 98): Die Anspannung, die wir erlebt, war Wahnsinn. Es geht um die Fans und den Verein. Wir wollen ein neues Stadion bauen, uns weiter etablieren und deswegen war das heute hart für die Gesundheit. Das kann man nicht so oft mitmachen. Ich hoffe, dass die nächste Saison entspannter wird. Wir leben vom Kollektiv. Tobias hat zwar das Tor geschossen, aber es waren mehrere Spieler beteiligt. Letztlich ist das eine gemeinsame Aktion. Gucken Sie sich das hier alles an: Das schafft kein Rüdiger Fritsch, kein Tobias Kempe und kein Dirk Schuster alleine – das schaffen wir nur alle zusammen.

Pascal Köpke (Aue): Fehlentscheidungen sind nichts Neues bei uns. Wir haben in den letzten Wochen einige Dinge gegen uns gepfiffen bekommen. Da muss man überlegen, ob das nur Zufall ist. Wir haben ein super Spiel gemacht unter dem Druck und haben Darmstadt nicht ins Spiel kommen lassen. Wir haben dann offensiver gewechselt, weil wir ein Tor machen mussten. Und dann kriegen wir das Gegentor und müssen jetzt in die Relegation.

Weitere Informationen

Darmstadt 98 - Erzgebirge Aue 1:0 (0:0)

Darmstadt: Heuer Fernandes - Sirigu, Sulu, Bregerie, Holland - Stark, Kempe, Ji, Mehlem (60.Höhn), Jones (92.Niemeyer) -Platte (78.Boyd)  
Aue: Männel - Rizzuto, Rapp, Tiffert, Cacutalua, Hertner - Riese, Fandrich (82.Muny) - Bertram, Nazarov (79.Kvesic), Köpke  

Tore: 1:0 Kempe (86.)
Gelbe Karten: Holland / Fandrich, Köpke  

Schiedsrichter: Storks (Velen)
Zuschauer: 16.950

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